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06.12.2021 Pressemitteilung

Kärn­ten lei­det unter eindi­men­sion­aler Poli­tik

Die Kärntner ÖVP scheint sich auf die S37 und Klimaministerin Leonore Gewessler einzuschießen – erst heute gab es dazu eine Aussendung von Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl, die Verwunderung bei den Grünen Kärnten hervorruft. „Auf zukunftsgerichtete Politik scheint die Linie der ÖVP Kärnten nicht ausgerichtet zu sein. Die Entscheidung gegen einen neuen Autobahnbau erfolgt nicht überraschend, bereits der Rechnungshofbericht von 2018 legt das nahe. Sollte die ÖVP wirklich an einem reinen Sicherheitsausbau interessiert sein, steht ihr das frei, das jederzeit in die Wege zu leiten: Die Bundesstraßen, zu denen auch die B317 gehört, stehen im Verantwortungsbereich des Landes und die ÖVP stellt in der Kärntner Landesregierung den zuständigen Landesrat“, sagt Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen Kärnten.

Einfache Lösungen selten zielführend.

Voglauer sieht in der Verkehrspolitik Parallelen zur Landwirtschaftspolitik: Getreu dem Motto “neue und schnellere Straßen lösen unser Mobilitätsproblem” versuche Landesrat Martin Gruber derzeit auch mit Abschussbescheiden und einer neuen Verordnung zur Ausnahme der Schonvorschriften für den Wolf die Probleme der heimischen Almwirtschaft zu lösen. Heute endet die Begutachtungsfrist für die neue Wolfsverordnung des Landes Kärnten.

„Hier sehen wir ein Muster in den Argumentationen, das uns nicht weiterbringt: Mehr Straßen würden unser Verkehrsproblem lösen. Tote Wölfe würden das Wolfsproblem beenden. Wir wissen aber, dass die scheinbar einfache Lösung selten zielführend ist und hier leidet unser Land auf lange Sicht unter diesen eindimensionalen Denkansätzen. Was Fakt ist: Durch große Straßen wird mehr Verkehr angezogen. Wollen wir eine neue Transitroute in Kärnten? Im 21. Jahrhundert? In Zeiten der Klimakatastrophe? Mit den Wölfen verhält sich die Sache ähnlich – der schnelle Schuss bringt keine Lösung für die Probleme der Almwirtschaft“, erklärt Voglauer.

Der frisch angelobte Landwirtschaftskammerrat der Grünen, Hanno Erian, stellt dazu klar: „Der Wolf ist in Kärnten angekommen und er wird nicht einfach wieder verschwinden, auch wenn sich viele das noch so wünschen würden. Abschuss ist hier keine alleinige Lösung, die Lösung liegt eindeutig in einer mehrdimensionalen Herangehensweise. Für den Schutz unserer Almen und die Unterstützung unserer Bäuerinnen und Bauern braucht es nun einen Stufenplan, wie wir mit Problemwölfen umgehen – der Abschuss ist juristisch das letzte Mittel.“

Jagd und Naturschutz seien Aufgaben des Landes. Auch Kärnten ist Mitglied im “Österreichzentrum Bär-Wolf-Luchs”, welches zum Management von Wölfen klare Empfehlungen abgegeben hat.

In Anlehnung an den Leitfaden konkretisieren “Die Grünen Bäuerinnen und Bauern Kärnten” ihre Forderungen zum Thema Wolf in folgenden 5 Punkten:

1. Attraktivierung und Belebung der Almwirtschaft (Almauftrieb muss sich für die Bauern wieder lohnen! Mehrwert für Tourismus und Naturgefahrenmanagement muss abgegolten werden)

2. Aktive Behirtung durch geschultes Personal (“Alm-Ranger”). Finanziert von Land, Bund und EU. Schafft Arbeitsplätze und entlastet die Landwirtinnen.

​3. Herdenschutz dort umsetzen, wo räumlich zumutbar und sinnvoll. Betroffene Landwirtinnen rechtzeitig einbinden.

​4. Beutegreifer-Monitoring z. B. durch Besenderung forcieren, im Bedarfsfall “Vergrämungsmaßnahmen” umsetzen

5.  Entnahme von Problemtieren

Olga Voglauer

Landessprecherin Grüne Kärnten

olga.voglauer@gruene.at
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