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24.09.2026 Grüne Bäuerinnen und Bauern

Kärnten braucht konkrete Dürrehilfe nach Burgenland-Modell

Bis zu 5.000 Euro Unterstützung für Futterzukauf bei dürregeschädigten Tierhaltungsbetrieben.

„Was im heurigen Sommer auf unseren Wiesen verdorrt ist, fehlt jetzt im Futtertrog. Für viele Kärntner Betriebe kommt die eigentliche Rechnung für diesen Dürresommer erst jetzt“, sagt Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen Kärnten und Landwirtschaftssprecherin der Grünen im Nationalrat, im Rahmen der Debatte zu den heute beschlossenen Dürrehilfen im Nationalrat. Die Folgen der historischen Dürre treffen Kärntens Landwirtschaft mit voller Wucht. Besonders tierhaltende Betriebe stehen vor einem schwierigen Winter: Futtervorräte fehlen, Grundfutter ist knapp und teuer und muss teilweise über weite Strecken transportiert werden. Die Landwirtschaftskammer Kärnten spricht von einer dramatischen Situation bei der Futtermittelbevorratung: In einzelnen Regionen wurden im Grünland Ertragseinbußen von bis zu 70 Prozent verzeichnet. Heu und Grummet kosten derzeit je nach Qualität zwischen 220 und 260 Euro pro Tonne, dazu kommen die Transportkosten.

 

​Die nun beschlossenen Dürrehilfen des Bundes sehen unter anderem den Erlass der bäuerlichen Sozialversicherungsbeiträge für zwei Monate vor. Für Voglauer greift diese Maßnahme zu kurz: „Der Bund erlässt mit der Gießkanne Sozialversicherungsbeiträge, ganz unabhängig davon, wie stark ein Betrieb tatsächlich von der Dürre getroffen wurde.“ Für Kärnten fordert Voglauer daher, dem Beispiel des Burgenlands zu folgen. Dort hat Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner eine Sonderförderung für tierhaltende Betriebe auf den Weg gebracht, die den Ankauf von Ersatzfuttermitteln wie Heu, Raufutter, Gras- und Maissilage sowie Futtergetreide unterstützt. Die nicht rückzahlbare Förderung beträgt – abhängig vom Tierbestand – bis zu 5.000 Euro pro Betrieb.

 

​„Dieses Modell brauchen wir auch in Kärnten“, fordert Voglauer. Die Kärntner Landesregierung aus SPÖ und ÖVP müsse rasch einen eigenen Dürrehilfsfonds auflegen und tierhaltende Betriebe beim notwendigen Futterzukauf mit bis zu 5.000 Euro direkt unterstützen. Entscheidend sei, dass die Hilfe an nachgewiesene Futterzukäufe und die tatsächliche Betroffenheit gekoppelt wird: „Die Bäuerinnen und Bauern brauchen jetzt keine weitere Gießkanne und nicht noch mehr Schulden. Sie brauchen konkrete Hilfe für konkrete Mehrkosten.“ Gleichzeitig müsse Kärnten aus dem Dürresommer Konsequenzen für die kommenden Jahre ziehen: „Wir können keinen Regen bestellen. Aber wir können entscheiden, wie gut wir auf die nächste Dürre vorbereitet sind“, betont Voglauer, die neben rascher Hilfe für den Futterzukauf auch langfristige Maßnahmen fordert, um Wasser in der Landschaft zu halten, Böden zu schützen und die Kärntner Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit zu machen.