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am 4. Dezember 2020

Wir wollen beim Zubetonierungsirrsinn nicht mehr zusehen!

- „Wir sehen die negativen Auswirkungen jetzt schon – je länger wir weiter machen, desto mehr Keller werden überschwemmt und desto mehr biologische Vielfalt geht verloren. Dem Klimawandel und dem verlorenen Boden ist die Parteipolitik egal – ich fordere hier Entscheidungen und eine Politik zum Wohle der nächsten Generationen von allen Parteien."

​Kärnten ist Spitzenreiter beim Zubetonieren.
Klagenfurt – „So sehr ich mich freue, wenn Kärnten irgendwo die Nase vorne hat – beim Zubetonieren sollte das nicht sein. Morgen ist Weltbodentag. Das nehme ich zum Anlass noch einmal auf die verheerenden Zustände in Kärnten hinzuweisen: Die grüne Wiese wird zubetoniert – die Ortskerne sterben. Österreich ist mit einer Verkaufsfläche im Einzelhandel von 1,67 m² pro Person Spitzenreiter in Europa. In Kärnten sind es 1,99 m² - das ist die Spitze aller Bundesländer. Hier müssen wir
endlich aufwachen! Und damit meine ich nicht nur die Landespolitik, das betrifft auch jeden Gemeinderat und jede Gemeinderätin, die Umwidmungen zustimmen, um den nächsten Lebensmittelmarkt an der Bundesstraße bauen zu lassen, anstatt ein Konzept für die Orte zu
entwickeln“, stellt Olga Voglauer, Landessprecherin der Grünen Kärnten und Nationalratsabgeordnete klar.​

Politik für die nächsten Generationen, nicht für  Lebensmittelkonzerne.
„Wir sehen die negativen Auswirkungen jetzt schon – je länger wir weiter machen, desto mehr Keller werden überschwemmt und desto mehr biologische Vielfalt geht verloren. Dem Klimawandel und dem verlorenen Boden ist die Parteipolitik egal – ich fordere hier Entscheidungen und eine Politik zum Wohle der nächsten Generationen von allen Parteien. Ich verstehe auch nicht, wieso die Behandlung des neuen Raumordnungsgesetzes im Kärntner Landtag so lange dauert. Dadurch geht täglich wertvoller Boden verloren“, so Voglauer.​

  • Negative Auswirkungen des Bodenverbrauchs:
  • ​Erhaltung von gesunden Böden und eine zukunftsfähige Raumordnung
  • ​Umsetzung eines neuen Raumordnungsgesetzes in Kärnten
  • ​Leerstandsmanagement für Ortskerne und Industriebrachen
  • ​Maßnahmen für eine Reduktion des Bodenverbrauchs vorgesehen
  1. Bereich Wohnen: Vorrang von Nachverdichtung und Überbauung vor Versiegelung grüner Wiesen, Förderung von flächenoptimierten Bauweisen bei Neubauten (S.40 Reg.übk.)​​​​
  2. ​Gebäudesanierung: Implementierung von folgenden Maßnahmen in einschlägigen Rechtsmaterien und Förderinstrumenten: hochwertige Quartiersentwicklung mit Grünräumen, Reduktion der versiegelten Flächen, Nutzung von Grauwasser, Dachbegrünungen, konstruktiver Überwärmungsschutz, Ausbau von Energienetzen und aktive Kühlmöglichkeiten (S.109 Reg.übk.)​
  3. ​Bereich Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz: Förderfähigkeit auch auf Flächen außerhalb von Gebäuden, mit besonderem Fokus auf versiegelte Flächen (z.B. P&R-Anlagen, Parkplätze etc.) und Doppelnutzung (S. 113 Reg.übk)​
  • ​ kluge Raumordnungspolitik und vorausschauender Bodenschutz​​
  •  Verbauungsstopp bei bestehenden Wiesen und Äckern
  •  Nutzung von bestehenden leerstehenden Immobilien​
  •  Stärkung der überregionalen Raumordnung​
  • Zersiedelung stoppen → neue Siedlung bedeutet Versiegelung durch Häuser und Zufahrtsstraßen, jeder zusätzliche Fachmarkt oder Supermarkt auf der grünen Wiese bedeutet mehr Bodenversiegelung durch das Geschäft und die Parkplätze
  • ​​Im Ortsgebiet braucht es entlang der Straßen sowie der Geh- und Radwege mehr Bäume („natürliche Klimaanlage“)​​
  • Bauen auf grüner Wiese sollte teurer, die Nutzung bereits versiegelter Flächen billiger werden​​