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am 24. Juli

Wir wollen wissen, was wir essen

- Der EU-Parlamentarier Thomas Waitz weist auf Missstände hin, zeigt aber auch Lösungen auf. Er hat seinen Besuch in Kärnten genutzt, um sich gemeinsam mit dem Tierschutzexperten Alexander Rabitsch, Grüner Gemeinderat in Ferlach, einen Vorzeige-Betrieb genauer anzuschauen: Den Schlachthof in Zell/Sele.

Der EU-Parlamentarier Thomas Waitzist jemand, den man nicht übersieht: Groß und wortgewaltig steht er am Rednerpult im Kärntner Landtag und berichtet, weist auf Missstände hin, zeigt Lösungen auf. Thomas Waitz ist aber auch einer, der weiß, wie es ist, einen steilen Hang mit einer Sense zu mähen, der auf seinem Hof anpackt, der weiß, wovon er spricht, wenn es um Tierschutz geht. Er hat seinen Besuch in Kärnten genutzt, um sich unter Hochobir und Koschutnikturm gemeinsam mit dem Tierschutzexperten Alexander Rabitsch, Grüner Gemeinderat in Ferlach, einen Vorzeige-Betrieb genauer anzuschauen: Den Schlachthof in Zell/Sele.

601 Einwohner zählt der zweisprachige Ort, an dem die Pinzgauer Kühe auf steilen Hängen weiden und auch das Brillenschaf wieder angesiedelt wurde. Hier sieht man wie regionale Versorgung funktionieren kann – weit abseits von industrieller Landwirtschaft. Die Schafe, Ziegen und Kühe werden auf den Weiden und Almen gehalten, im Ort geschlachtet und dort auch direkt verkauft. „Von der Produktion bis zum Verkauf haben wir hier kürzeste Wege“, erzählt Fortunat Olip, der Waitz den örtlichen Schlachthof zeigt. Er ist der Obmann der Bauerngemeinschaft, die den Schlachthof vor 22 Jahren gegründet hat. So eine Berglandschaft könne man nur mit der notwendigen Infrastruktur und Förderung erhalten.

Zell/Sele ist ein Ort an dem sich Fuchs und Hase Gute-Nacht-sagen könnten. Malerisch und rau. Die Eschen haben hier eine besondere Form. „Durch den speziellen Schnitt treiben sie auch im Winter aus und können so den Tieren Futter bieten“, erklärt Thomas Waitz.  „Wir müssen das Bewusstsein schärfen. Für die unverwechselbare Natur und dafür, dass auch hier ein Überleben möglich ist“, sagt Olip. Die Nachfrage nach nachhaltig produziertem Fleisch sei hoch und vor allem während der Corona-Krise gestiegen. Ein Modell, das zur Nachahmung anregt.