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am 18. April

Sargnagel für Wörthersee-Idylle!

Michael Johann - Seevillen-Projekt in Techelsberg ist Sargnagel für Wörthersee-Idylle! Grüne erwarten ablehnenden Rodungsbescheid wegen hoher Erholungswirkung des Waldes

„Das Seevillen-Projekt in Techelsberg ist ein Sargnagel für die Wörthersee-Idylle, die durch die Errichtung von gesichtslosen Appartementhäusern massiv bedroht ist“, sagt der Grüne Landtagsabgeordnete Michael Johann und fordert einen Stopp für die Errichtung von Zweitwohnsitzen rund um den See. „Die Gemeinden sollen sicherstellen, dass die verbliebenen Grünräume in See-Nähe erhalten werden. Ein Gestaltungsbeirat soll die Gemeinden in Fragen der Baukultur beraten, um zu verhindern, dass weitere Betonburgen das Landschaftsbild am See verschandeln.“

„Die Techelsberger Ferienhausanlage widerspricht dem im Vorjahr erstellten „Räumlichen Entwicklungskonzept Region Wörthersee“ der TU Graz. Dieses stellt fest, dass der Bebauung für Appartementhäuser und Zweitwohnsitzen um den See Einhalt geboten werden sollte. Touristisch ist die Errichtung von immer mehr kalten Betten eine Fehlentwicklung. Die Vermietung von Zweitwohnsitzen über Anbieter wie Airbnb kannibalisiert die bestehenden Hotelbetriebe und schafft kaum Wertschöpfung für die Region“, erklärt Johann.

Am Donnerstag findet in Techelsberg die forstrechtliche Rodungsverhandlung für das Seevillen-Projekt statt. Dabei ist das private Rodungsinteresse mit dem öffentlichen Interesse an der Walderhaltung abzuwiegen. Da der betroffene Waldbestand laut Waldentwicklungsplan eine hohe Erholungsfunktion und positive Wirkungen in Bezug auf den Lärmschutz aufweist, erwartet sich Johann einen negativen Rodungsbescheid.

Von Seiten der AnrainerInnen wird die fehlende Transparenz im gegenständlichen Verfahren bemängelt und politische Einflussnahme zugunsten des Projektwerbers geortet: Es gab keine öffentliche Vorstellung des Projektes, die behördliche Verhandlung wurde über Ostern ausgeschrieben, die Information erfolgte Anfang April, die Unterlagen lagen wurden aber nur bis Ende März aufgelegt.

Aus Naturschutzsicht äußerst problematisch ist die geplante Überbauung der Bahn mit einem 16 Meter hohen Lift-Turm am Seeufer, der für die BewohnerInnen von 45 Ferienwohnungen über ein winziges Seegrundstück Zugang zum Wörthersee schaffen soll. „Hier ist zu befürchten, dass der Schilfbestand am Seeufer durch Stegeinbauten massiv beeinträchtigt wird. Dieser Teil des Projektes wurde wegen der negativen Stellungnahme der Ortsbildpflegekommission zwar zurückgezogen, doch ist zu erwarten, dass er wieder auflebt, sobald die Apartmentanlage einmal bewilligt und errichtet ist“, befürchtet Johann.

Johann zeigt sich verwundert, dass die Gemeinde Techelsberg trotz Baulandüberhang das Grundstück, das direkt an der Bahnlinie liegt, als Bauland gewidmet hat. „Nachdem Bahnlärm von AnrainerInnen zunehmend als Problem wahrgenommen wird, ist es von der Gemeinde Techelsberg fahrlässig, direkt neben der Bahn Widmungen für 45 Wohneinheiten auszusprechen. Hier ist der Konflikt für die Zukunft vorprogrammiert, dass die ZweitwohnsitzbesitzerInnen gegen den Bahnlärm ins Felde ziehen und von Land und Gemeinde die Errichtung von teuren Lärmschutzwänden verlangen werden.“