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am 2. Februar

Fischotter-Studie widerlegt Darmann

Michael Johann - Monitoring-Studie ergibt 361 und nicht 600 Fischotter

„Die von der Landesregierung in Auftrag gegebene Monitoring-Studie schätzt den Fischotter-Bestand in Kärnten auf 361 Tiere und widerlegt die Behauptung des Jagdreferenten Darmann (FP), dass es in Kärnten 600 Fischotter gäbe“, berichtet der Umweltsprecher der Grünen im Kärntner Landtag, Michael Johann.

„Die Studie hat aus 700 eingesendeten Proben 154 Fischotter eindeutig feststellen können, nur diese sind sicher vorhanden. Eine Hochrechnung auf den Gesamtbestand kommt auf 285 erwachsene Fischotter und im Jahr 2017 geborene 76 Jungtiere.  Bei den Jungtieren ist zu berücksichtigen, dass die Überlebensrate bei Fischottern generell nur bei 15% liegt, somit die meisten Jungtiere nie die Geschlechtsreife erreichen und sich auch nicht weitervermehren werden“, weiß Johann.

„Es drängt sich die Frage auf, ob Darmann die Landesregierung bewusst in die Irre führen wollte, wenn er am Mittwoch in der Regierungssitzung einen Bericht in der Landesregierung vorlegt, der von bis zu 600 Fischottern ausgeht, obwohl er eine Studie vorliegen hat, nach der der tatsächliche Bestand gerade einmal halb so hoch ist. Mit Fake Facts wird es nicht gelingen, die seltene Tierart zum Abschuss freizugeben. Denn der Fischotter ist von der EU im Anhang 4 der Artenschutzrichtlinie unter Schutz gestellt, ein Management ist nur möglich, wenn der günstige Erhaltungszustand gewährleistet ist“, erklärt Johann.

„Der Fischotter kann Fischpopulationen nicht ausrotten, weil dann müsste er selber verhungern. Otter und Fische stehen in der Natur in einem ökologischen Gleichgewicht. Für den Rückgang der Fischpopulation gibt es außer dem Fischotter noch viele andere Ursachen, wie den Klimawandel, Extremhochwässer, abnormal hohe Wassertemperaturen, das Insektensterben oder ausgeräumte Gewässer. Nur wenn auf allen Ebenen effektiv gesteuert wird, kann es gelingen, die Fischpopulationen wieder auf ein höheres Niveau zu bringen“, schließt Johann.

Die Analysen der Kotproben widerlegten auch das weitverbreitete Gerücht, es seien nordamerikanische Fischotter in Kärnten ausgesetzt worden. Alle Gen-Sequenzierungen der Kotproben zeigen, dass in Kärnten ausschließliche autochtone Eurasische Fischotter vorkommen.​