gruene.at
Navigation:
am 30. Mai

Bau-Unkultur: Gesetzesnovelle gefordert

Michael Johann - Bau-Unkultur an Kärntens Seeufern nicht länger hinnehmen!. Grüne fordern Änderung von Bauordnung und Raumordnungsgesetz

„Wir dürfen die Bau-Unkultur an Kärntens Seeufern nicht länger hinnehmen“, erklärt der Grüne Landtagsabgeordnete Michael Johann im Vorfeld der heutigen Veranstaltung „Lebensraum Wörthersee - Bau(un)Kultur und deren Folgen“ im Casineum Velden mit Tarek Leitner.

„Derzeit entstehen rund um die Kärntner Seen zahlreiche Appartementhäuser, die als Zweitwohnsitze nur für wenige Monate im Jahr genutzt werden, sonst aber den größten Teil des Jahres leer stehen. Die Seeufer werden in der ersten und zweiten Reihe mit massiven, architektonisch anspruchslosen Betonblöcken verbaut, wodurch das idyllische Landschaftsbild gestört wird.

In einzelnen See-Gemeinden macht der Anteil der Zweitwohnsitze bereits ein Drittel aus. Die Grünen fordern nun, im Raumordnungsgesetz den Anteil von Zweitwohnsitzen zu beschränken, wie das bereits in Salzburg und Tirol der Fall ist“, so Johann.

„Die Bauordnung soll im Zuge der jetzt anstehenden Novelle geändert werden, dass Hauptwohnsitze nicht mehr wie bisher bewilligungsfrei entgegen den Festlegungen im Flächenwidmungsplan nachträglich in Zweitwohnsitze umgewandelt werden können. Damit würden wir ein beliebtes Schlupfloch der Spekulanten stopfen, mit denen derzeit die Auflagen der Gemeinden betreffend der Nutzung von Wohnungen umgangen werden“, ist Johann überzeugt.

Beim aktuellsten Projekt, den sogenannten Seevillen in Techelsberg, einer Ferienwohnanlage mit 45 Einheiten ist vor wenigen Tagen ein positiver Rodungsbescheid ergangen, obwohl durch die Erholungswirkungen des Waldes ein öffentliches Interesse an der Walderhaltung gegeben wäre. Mit den Rodungen wurde bereits begonnen, um Taten zu setzen, wie ein Ortsaugenschein der Grünen zeigte.

Johann hält das für bemerkenswert, weil der Projektwerber gegenüber den Anrainern angekündigt hat, das Projekt im Bauverfahren vorläufig zurückzuziehen. Unter anderen soll geklärt werden, wie sich die geplanten Bauten in die äußerst steile und felsige Landschaft einfügen werden. Der Projektwerber hält aber weiter an seiner Absicht fest, einen Übergang über die Bahnlinie zum dazugehörigen Mini-Seegrundstück zu schaffen, obwohl die Ortsbildkommission einen Liftturm abgelehnt hat. Die geplante Errichtung einer einseitigen Lärmschutzwand nördlich der Bahnlinie hält Johann für problematisch, weil dadurch der Bahnlärm auf den See hinausreflektiert wird und das Südufer belastet wird.