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am 10. Juni 2013

Der Eventzampano oder den Bock zum Gärtner machen

Die Grünen Kärnten - Touristiker von Vorarlberg (Christian Schützinger) bis Kärnten (Christian Kresse) halten sinngemäß Förderungen von Schlagerfesten für nicht mehr vertretbar

Rein kommerzielle Großveranstaltungen müssen sich durch den Erlös von Eintrittskarten sowie durch Übertragungsrechte selbst finanzieren können. Touristiker von Vorarlberg (Christian Schützinger) bis Kärnten (Christian Kresse) halten sinngemäß Förderungen von Schlagerfesten für nicht mehr vertretbar, weil Starnacht oder zugekaufte Konzerte auf der Wörthersee-Bühne keinen nennenswerten Nächtigungseffekt für die Tourismuswirtschaft und keine Stärkung der Marke des Bundeslandes gebracht haben. So ließ man die Starnacht im Montafon sausen, weil Vorarlberg nicht bereit war, für diese einzige Schlagernacht mehr als 50.000 Euro aufzubringen.
Und dass die Ostbucht durch Großveranstaltungen zusätzlich belastet wird, widerspricht krass dem Beschluss der Landeshauptstadt Klagenfurt, sie zu entlasten. Ich fordere: Keine öffentlichen Gelder mehr für kommerzielle Events, denn diese Veranstaltungen sind Strohfeuer, die ohne Nachhaltigkeit verglühen.

Zudem sollte einmal die Rolle des Eventzampanos Martin Ramusch beleuchtet werden: Er empfing nun höhere Weihen, indem er von der SPÖ zum Aufsichtsrat der Kärnten Werbung gemacht wurde. Ramusch ist quasi Herr der Ostbucht:  Eigentümer der Wörthersee-Schifffahrt samt Werft und Seegrundstück, Pächter des stadteigenen Seerestaurants „Lido“ fast auf Lebenszeit. Als „ip media“ ist der Monopolist Veranstalter von Starnacht, Seefest, diversen Stadeln, Hafenfest und Wörthersee-Bühne. „Die Kärnten Werbung drehte ihm den Geldhahn für die "Starnacht" 2011 ab. Fünf Mal erhielt er je 230.000 Euro, das sind 37 Prozent der Kosten. Von jener Landesfirma, die er nun beaufsichtigen soll Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) betont die Kompetenz von Ramusch: "Sollte es ein Problem der Unvereinbarkeit geben, wird sich Ramusch der Stimme enthalten." KLZ 24.5.13 http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/wirtschaft/3318431/ramusch-aufsichtsrat-fuer-spoe.story

Wie praktisch, jetzt kann sich Event-Zampano Ramusch den Geldhahn gleich selbst wieder aufdrehen! Da wurde der Bock zum Gärtner gemacht, ein klarer Fall von Unvereinbarkeit. Die Klagenfurter erwägen nun eine Untersuchung.​