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am 20. Mai 2015

In Windeseile zu überhöhtem Preis

- Preis für Ankauf der Seenliegenschaften wurde offenbar mit Gefälligkeitsgutachten in die Höhe getrieben

Für die Seen-U-Ausschuss-Vorsitzende, Klubobfrau Barbara Lesjak sind die Ergebnisse der heutigen ZeugInnenbefragungen sehr aufschlussreich: „Laut ZeugInnenaussagen der damaligen Betreiber der touristischen Anlagen auf den Liegenschaften Hafnersee bzw. Ossiacher See war es so, dass die GutachterInnen, die vor Ort waren, sich die Anlagen nur sehr oberflächlich angesehen hatten. Genauso sei der Verkauf der Liegenschaften in Windeseile abgewickelt worden. Über Wirtschaftlichkeit oder Preis scheint man sich wenig Gedanken gemacht zu haben.“

Lesjak weiter: „Für mich erhärtet sich der Verdacht, dass man den Preis für die Liegenschaften wissentlich in die Höhe treiben wollte. Dafür spricht auch die Tatsache, dass von den drei seitens Margret Funk erstellten Gutachten nur jenes mit dem höchsten errechneten Verkehrswert in der Höhe von 8,4 Mio. Euro für die Liegenschaften am Ossiacher See herangezogen wurde. Gutachter Seiser hingegen kommt auf einen Verkehrswert von 4,19 Mio. Euro. Die restlichen Funkschen Gutachten, die sich an die Ergebnisse des Gutachters Seiser annähern und deutlich unter den von Matschek und Mandl berechnetem Wert liegen, wurden schlichtweg ignoriert. Offenbar war der von ihr errechnete Wert für die Liegenschaften am Hafner- und Maltschachersee nicht hoch genug und musste durch Gefälligkeitsgutachten in die Höhe getrieben werden.“

Gespannt sieht Lesjak auch den heutigen Befragungen von Vorstand bzw. Geschäftsführer der Aucon Heinz Liebentritt und Rechtsanwalt Sommer, dem Vertragserrichter der Liegenschaftstransaktionen sowie Verfasser der rechtlichen Due-Dilligence-Prüfung, entgegen. Zur nächsten öffentlichen Seen-U-Ausschuss-Sitzung am 10. Juni 2015 werden Stefan Petzner, Norbert Steger, der Vorstand der AUCON Robert Wagner, der Betreiber der Anlagen am Maltschachersee Mario Surek, Gutachter Franz Josef Seiser und der Geschäftsführer der SIG Reinhard Zechner geladen. Auch Bundesrat Gerhard Dörfler wird trotz Entschlagung erneut in den Zeugenstand geladen.