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am 18. Jänner 2018

LandärztInnenmangel: attraktive Angebote setzen!

Reinhard Lebersorger - Mit guten Einkommensmöglichkeiten, der erleichterten Zulassung von Hausapotheken, Gemeinschaftspraxen sowie attraktiver Arbeitszeitgestaltung sollen junge ÄrztInnen auf’s Land gelockt werden

„Wir brauchen positive Anreize, um die Aufgabe als LandärztIn für junge Menschen zu attraktivieren“, stellt der Gesundheitssprecher der Grünen im Kärntner Landtag, Reinhard Lebersorger, anlässlich der heutigen Aktuellen Stunde, die zum Thema abgehalten wurde, fest. „Dafür sollte an folgenden Schrauben für die LandärztInnen gedreht werden: Gute Einkommensmöglichkeiten, die erleichterte Zulassung von Hausapotheken, eine attraktive Arbeitszeitgestaltung sowie Entlastung durch Gemeinschaftspraxen. Generell sollte das Landleben durch die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur sowie Kinderbetreuungs-, Bildungs- und Freizeitangeboten ansprechender gestaltet werden, womit der Abwanderung nachhaltig entgegengewirkt werden soll.“

Insbesondere die Verdienstmöglichkeiten von LandärztInnen sollen verbessert werden, erklärt Lebersorger: „Das Honorar pro PatientIn und Quartal beträgt im Durchschnitt 40,- Euro. Mit Vorsorgeuntersuchungen und Mutter-Kind-Pass sind es 48,- Euro. Da muss man schon eine Menge an PatientInnen durch die Praxis schleusen, um auf einen entsprechenden Umsatz zu kommen. Für viele ÄrztInnen ist daher der Zugewinn aus der Hausapotheke ein wichtiges Zubrot. Um zu ermöglichen, dass HausärztInnen in entlegenen Gegenden über eine Hausapotheke verfügen können, müssten die gesetzlichen Regelungen seitens des Bundes dahingehend angepasst werden.“

Dem fügt der Klubobfrau-Stellvertreter Michael Johann hinzu: „Wir müssen die KärntnerInnen aus dem ländlichen Raum für das Medizinstudium begeistern und ihnen eine Rückkehr nach Kärnten - nach Absolvierung des Studiums - schmackhaft machen. Durch gute Ausbildungsverhältnisse an den Kärntner Krankenhäusern können wir einen größeren Anteil der AbsolventInnen nach Kärnten zu locken.“ Johann verweist auf die Bedeutung attraktiver Verdienstmöglichkeiten, die „besser sein sollten als in den urbanen Räumen.“ Johann weiter: „Durch Gemeinschaftspraxen könnte eine Arbeitsentlastung erfolgen.“​

DIE GRÜNEN vorschläge zusammengefasst


  1. Attraktivere Verdienstmöglichkeiten bieten als im urbanen Raum, durch eine faire Leistungsabgeltung und die Zulassung von Hausapotheken.
  2. Arbeitsentlastung durch Gemeinschaftspraxen
  3. Ein gutes Kinderbetreuungsangebot ist eine wichtige Voraussetzung, um junge ÄrztInnen  zu motivieren, sich auf dem Land niederzulassen.
  4. Gute Ausbildungsverhältnisse an den Kärntner Krankenhäusern. Das Rotieren durch die Abteilungen ist heute schon Standard, wichtig wäre es, dass die Jungmediziner auf den Abteilungen nicht nur Hilfstätigkeiten ausüben sondern die Diagnosestellung und Behandlungen unter Aufsicht selbständig trainieren können. Die Ausbildung sollte genau darauf zugeschnitten werden, was ein Allgemeinmediziner in seiner Praxis braucht.
  5. Eine gesellschaftliche Aufwertung des Berufsbilds des Allgemeinmediziners - auch innerhalb der Ärzteschaft.​