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am 25. Juni 2014

Kärnten wird energieautark

Michael Johann - Kärntner Energiemasterplan schafft Arbeitsplätze und erhöht die Kaufkraft

„Durch die Umsetzung des Energiemasterplans kann Kärnten im Bereich Strom und Wärme bis zum Jahr 2025 energieautark werden“, freut sich LAbg. Michael Johann, der Vorsitzende des Umwelt- und Energieausschusses im Kärntner Landtag. „Energieautark zu sein bedeutet, dass Kärnten über das Jahr hinweg gesehen mindestens so viel Strom und Wärme aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, wie es verbraucht.“

Johann zitiert einige Highlights aus dem Energiemasterplan, der unter Einbeziehung der Kärntner Bevölkerung und von rund 200 ExpertInnen im Laufe des vergangenen Jahres erarbeitet und heute, Montag, von Landesrat Holub präsentiert wurde.

„Durch die Steigerung des jährlich sanierten Gebäudeanteils von 1% auf 3%, sollen 170.000.000 kWh pro Jahr an Raumwärme eingespart werden. Indem weniger Geld für importiertes Öl bezahlt werden muss, wird die regionale Kaufkraft in Kärnten um 10 Mio. Euro pro Jahr gesteigert,“ erklärt Johann und meint weiter: „Der Stromverbrauch soll durch effizientere Umwälzpumpen, Haushaltsgeräte, Beleuchtung, Standmotoren und andere Maßnahmen um 1.300.000.000 kWh gesenkt werden. Durch den Ausbau von Solarenergie (PV-Anlagen auf Hausdächern) und Windenergie soll die Stromerzeugung aus heimischen, erneuerbaren Energieträgern um mehr als 10% gesteigert werden.“

Johann spricht aber auch Maßnahmen im Bereich der Strominfrastruktur an: „Die Strominfrastruktur muss für die Integration von volatilem Solar- und Windstrom fit gemacht werden. Durch Blindleistungsmanagement und neue Spannungsregelungsstrategien im Verteilnetz und durch Thermal Rating und Hochtemperaturseile im Hochspannungsnetz soll die bestehende Infrastruktur optimal genutzt bzw. verstärkt werden. Für Leitungs-Upgrades oder Leitungsneubauten sollen vorzugsweise Bestandstrassen genutzt werden sollen, wobei die Sinnhaftigkeit und Machbarkeit von Erd-Verkabelungen zu prüfen ist. Stakeholder sind in Planungs- und UVP-Verfahren frühzeitig einzubeziehen.“

Neuerungen wird es laut Johann auch im Bereich der Mobilität geben. Elektroautos sollen verstärkt eingesetzt werden. Der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel soll durch komfort- und qualitätsverbessernde Maßnahmen wie dichtere Frequenzen auf den S-Bahnen, Mobilitätsknoten mit raschen Umsteigmöglichkeiten und verbesserte Pünktlichkeit angeregt werden.

Johann: „Die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wird etwa 5300 neue Arbeitsplätze vor allem in der Bauwirtschaft, der Land- und Forstwirtschaft, bei Installateuren, Elektrikern, Dachdeckern und Planern schaffen. So schätzen die im eMap befragten ExpertInnen.“

Der Energiemasterplan wurde am vergangenen Dienstag bei der Regierungssitzung einstimmig beschlossen und heute der Öffentlichkeit vorgestellt. In den kommenden Wochen soll er im Umwelt- und Energieausschuss des Kärntner Landtags diskutiert werden.