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am 30. März

Voglauer zum Jagdübereinkommen und Nationalpark Hohe Tauern: Vorgehen des Kärntner Landeshauptmanns verantwortungslos

Olga Voglauer - Voglauer unterstützt Forderung von WWF zum Runden Tisch - Erhalt der Wildtierpopulation ist Kernaufgabe Mit dem neuen Jagdübereinkommen in Kärnten, indem die Wildtiere ihrer Erhaltungs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen beraubt werden, ist die Anerkennung als Nationalpark in Gefahr. Das Übereinkommen widerspricht vollkommen der Zielsetzung des Nationalparks

Voglauer zum Jagdübereinkommen und Nationalpark Hohe Tauern: Vorgehen des Kärntner Landeshauptmanns verantwortungslos

Voglauer unterstützt Forderung von WWF zum Runden Tisch - Erhalt der Wildtierpopulation ist Kernaufgabe

 

Mit dem neuen Jagdübereinkommen in Kärnten, indem die Wildtiere ihrer Erhaltungs- und Wiederansiedlungsmaßnahmen beraubt werden, ist die Anerkennung als Nationalpark in Gefahr. Das Übereinkommen widerspricht vollkommen der Zielsetzung des Nationalparks, die auch gesetzlich festgeschrieben ist: „Der Nationalpark soll in seiner völligen oder weitgehenden Ursprünglichkeit zum Wohle der Bevölkerung der Regionen und der Republik Österreich, zum Nutzen der Wissenschaft und zur Förderung der regionalen Wirtschaft erhalten werden.“ (§3, Verordnung der Kärntner Landesregierung über den Nationalpark Hohe Tauern)

 

„Es ist eine Blamage, wie sich der Kärntner Landeshauptmann Kaiser von einzelnen Interessensgruppen vorführen lässt. Der Nationalpark Hohe Tauern wird seiner Kernfunktion beraubt, wenn der Schutz und der Erhalt der Pflanzen- und Tierwelt nicht mehr garantiert wird“, kritisiert Olga Voglauer, Grüne Kärntner Landessprecherin und Nationalratsabgeordnete den Kärntner Landeshauptmann. „Die Vorgehensweise ist vollkommen intransparent, die Anfrage der Weltnaturschutzorganisation muss sofort beantwortet werden. Ebenso braucht es jetzt einen runden Tisch, wo auch Naturschutzorganisationen, wie etwa der WWF, gehört werden.“ Voglauer weist darauf hin, dass damit auch die Art. 15a B-VG-Vereinbarung mit dem Bund konterkariert wird.

 

Voraussetzung für die Anerkennung des Nationalparks Hohe Tauern waren die Richtlinien der Weltnaturschutzunion (IUCN), dass im Nationalpark nur ein Wildmanagement, aber keine herkömmliche Trophäenjagd erfolgt. Das bedeutete vorsichtige Eingriffe vor allem zur Regulierung der Schalenwilddichte auf ein biotopverträgliches Ausmaß, wie auch die ausschließliche Verwendung von bleifreier Munition, besonders im Hinblick auf die Greifvogelpopulation.

 

„Die Vorgehensweise des Kärntner Landeshauptmanns beim Nationalpark Hohe Tauern ist verantwortungslos und beschämend. Ein Nationalpark hat gesetzlich definierte Schutzaufgaben, diese werden durch die Kärntner Jagdübereinkommen umgangen“, so Voglauer weiter.

 

Bei den großen Beutegreifern hat man in der Vergangenheit immer eine Zuwanderung und Entwicklung der Population zugelassen, aber keine aktive Wiederansiedelung betrieben, wie etwa vom Naturschutzorganisationen gefordert. Dazu gibt es in Kärnten eine Entschädigungsregelung, früher eine Versicherung der Jägerschaft, die durch einen Kulanztopf der Landesregierung aufgestockt wurde. Daraus wurden für Schäden von Bär, Luchs und Wolf abgegolten in weiterer Folge auch Schäden durch den Fischotter abgedeckt. Insgesamt wurde also den Einwänden Rechnung getragen, durch die Jagdübereinkommen besteht die Gefahr, dass der Nationalpark in seiner Grundfunktion und sein Reputation stark in Mitleidenschaft gezogen werden.