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am 17. Juni

Kein Grund zum Feiern – fördernder Volksgruppenschutz muss endlich Priorität werden

Olga Voglauer - „Das gestiegene Interesse im Bereich der Kindergärten und der vorschulischen Erziehung ist höchst erfreulich. Es verdeutlicht aber zugleich, dass es endlich an der Zeit ist, in diesem Bereich Rechtssicherheit zu schaffen und einen Rechtsanspruch auf zweisprachige Erziehung – zumindest im historischen Siedlungsgebiet – zu verankern“, fordert Voglauer.

Zweisprachigkeit ist Teil der Kärntner Identität und Zukunftschance

Wien (OTS) -

  • Keine Zeit zum Zurücklehnen – Handlungsbedarf bleibt.

Anlässlich der Vorlage des dritten Volksgruppenberichts über die Lage der slowenischen Volksgruppe an den Kärntner Landtag sind konkrete Maßnahmen gefordert. „Damit Kärnten in Zukunft tatsächlich eine Vorreiterrolle im Bereich des Minderheitenschutzes einnimmt, bedarf es entschlossener Förderungsmaßnahmen und zwar auf Ebene des Bundes, des Landes und der Gemeinden. Auch muss sich Österreich viel stärker an internationaler ‚best practice‘ orientieren, Volksgruppen stärker in Entscheidungsprozesse einbinden und Minderheitenschutzbestimmungen in der Praxis einheitlicher und viel umfassender auslegen“, führt Nationalratsabgeordnete und Volksgruppensprecherin der Grünen Olga Voglauer aus.

Der alljährliche, in der Kärntner Landesverfassung vorgesehene Bericht beleuchtet vor allem die Umsetzung von nationalem und internationalem Volksgruppenrecht. Er liefert statistische Informationen, etwa zur zweisprachigen Bildung, topographischen Aufschriften, kulturellen Aktivitäten und zur grenzüberschreitenden Kooperation. Zwar gebe es laut Voglauer einige erfreuliche Entwicklungen, aber: „Auf vielen Gebieten, wie etwa im Kindergartenbereich und im Bereich des Gebrauchs der slowenischen Sprache vor Gerichten und Behörden, wo es an einer einheitlichen und umfassenden Anwendung in der Praxis fehlt, gibt es noch immer erheblichen Nachholbedarf. Das selbstgefällige Eigenlob der Landeregierung ist für mich daher nicht nachvollziehbar. Ich erwarte mir eine nachhaltige Förderung der slowenischen Volksgruppe und entsprechende Reformen, damit sich die Volksgruppenangehörigen ihrer Rechte auch tatsächlich bedienen können“, so Voglauer.

  • Kindergartenbereich – rechtliche Absicherung dringend notwendig.

„Das gestiegene Interesse im Bereich der Kindergärten und der vorschulischen Erziehung ist höchst erfreulich. Es verdeutlicht aber zugleich, dass es endlich an der Zeit ist, in diesem Bereich Rechtssicherheit zu schaffen und einen Rechtsanspruch auf zweisprachige Erziehung – zumindest im historischen Siedlungsgebiet – zu verankern“, fordert Voglauer. Derzeit werden in Kärnten 1.185 Kinder in 27 Kinderbetreuungseinrichtungen mit slowenischem Sprachangebot betreut.

  • Zweisprachigkeit ist Teil der Kärntner Identität und Zukunftschance.

Laut Volksgruppenbericht sind im heurigen Schuljahr insgesamt 2.023 Volksschulkindern (44,22 Prozent) zum zweisprachigen Unterricht angemeldet. „Die Zweisprachigkeit ist Teil der Kärntner DNA und sollte die Regel darstellen. Als Mutter zweier Kinder, die in Kärnten auf ganz natürliche Art und Weise zweisprachig aufwachsen, spreche ich mich klar für eine größere Bewusstseinsbildung für die Chancen von Mehrsprachigkeit aus. Ein bewusstes Bekenntnis für ein stärkeres Miteinander stärkt uns alle in einem geeinten Europa“, so Voglauer.

Der Volksgruppenbericht belege das vielfältige kulturelle Schaffen diverser slowenischer Kulturvereine auf höchstem Niveau. „Das ist gelebte kulturelle Vielfalt und darauf bin ich besonders stolz. Denn Zweisprachigkeit beginnt in unseren Köpfen. Sie muss bewusst gefördert und zur gelebten Realität in ganz Kärnten werden“, so Voglauer.

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