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am 4. Jänner

Klimanotstand

- Der Antrag auf “Ausrufung des Klimanotstandes durch den Gemeinderat Spittal/Drau” wurde im Juli abgelehnt. Da dies gottseidank nicht bedeutet, dass die Stadt Spittal niemals etwas Umfassendes zum Klimaschutz tun wird, geben wir die Hoffnung nicht auf und wollen im Folgenden etwas Information zum Thema verbreiten.

Da dies gottseidank nicht bedeutet, dass die Stadt Spittal niemals etwas Umfassendes zum Klimaschutz tun wird, geben wir die Hoffnung nicht auf und wollen im Folgenden etwas Information zum Thema verbreiten.

Die Begründung war – großteils wurde der Antrag ohne eine solche abgelehnt. Ein kleinerer Kreis der Mandatare meinte sinngemäß, das Wort Klimanotstand sei unglücklich gewählt und würde unangebrachte Dramatik provozieren.

Ob in Anbetracht des Klimawandels Dramatik tatsächlich unangebracht ist und ob die Spittalerinnen und Spittaler bzw. potenziellen Wählerinnen und Wähler sich nicht vielmehr verstanden fühlen würden, wenn die Stadt Spittal diesen Weg ginge, lassen wir fürs Erste dahingestellt.

Der Begriff “climate emergency” bzw. seine Übersetzung ist eingeführt und daher ist es geboten, ihn zu verwenden. Er wird weltweit seit Jahren von etlichen Bewegungen gebraucht, die für Klimaschutz demonstrieren, nicht zuletzt den Fridays for Future, und wurde 2018 selbst vom Club of Rome aufgegriffen.

Der Antrag zielte auch nicht auf ein Lippenbekenntnis zu einem wuchtigen Wort, sondern enthielt eine zu Ende gedachte Vorgangsweise. Siehe anbei.

Die Stadt Traiskirchen hat im Juni vorigen Jahres mit einstimmigem Beschluss den Klimanotstand ausgerufen.

Auf ihrer Homepage veröffentlicht sie dazu:

Die Stadtgemeinde Traiskirchen

  • erklärt den Climate Emergency und erkennt die Eindämmung der Klimakrise und ihrer schwerwiegenden Folgen als Aufgabe von höchster Priorität an.
  • erkennt, dass die bisherigen Maßnahmen und Planungen der öffentlichen Gebietskörperschaften nicht ausreichen, um die Erderwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen.
  • setzt sich zum Ziel Auswirkungen auf das Klima bei jeglichen Entscheidungen zu berücksichtigen, und Lösungen zu bevorzugen, die sich positiv auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz auswirken.
  • setzt sich zum Ziel alle bestehenden, in ihrem Einfluss stehenden, Gesetze, Verordnungen bzw. Maßnahmen in Bezug auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz, zu überprüfen insbesondere in den Bereichen Raumordnung, Raumplanung, Verkehrsplanung und Energie und bemüht sich diese im Sinne der angestrebten 1,5 °C Ziele anzupassen.
  • orientiert sich bei Maßnahmen in Bezug auf Klima-, Umwelt- und Artenschutz an den Berichten des „IPCC – Intergovernment Panel on Climate Change“ und des „APCC – Austrian Panel on Climate Change“ und den Einschätzungen von Expertinnen und Experten aus dem Klima- und Umweltbereich.
  • setzt sich zum Ziel, laufend Maßnahmen zum Beschluss vorzulegen, welche den Ausstoß von Treibhausgasen nachweislich und massiv verringern, und die Emissionen bis 2030 auf Netto-Null, ohne Einsatz von Kompensationstechnologien, zu reduzieren.
  • wird die Öffentlichkeit regelmäßig über Fortschritte und Maßnahmen zur Eindämmung der Klimakrise informieren.
  • fordert auch andere Gemeinden, Städte, Bundesländer und die Bundesrepublik Österreich dazu auf, den Climate Emergency auf nationaler Ebene zu erklären und die Bevölkerung Österreichs umfassend über die Klimakrise, ihre Ursachen und Auswirkungen sowie über die Maßnahmen, welche gegen die Klimakrise ergriffen werden, zu informieren.
  • fordert eine gleichlautende Beschlussfassung im österreichischen Gemeindebund.

Im Ö1-Morgenjournal wird berichtet, dass die Stadt einen ausführlichen Plan erarbeitet hat, wie die Stadt konkret handeln wird. Dieser enthält so weitreichende Elemente wie die Reduktion der Verwendung von Beton als Baustoff auf die Stellen, wo er nicht ersetzbar ist1.
Es gibt gute Alternativen zu Beton, z.B. Holz. Wer wünscht sich nicht, in einem Holzhaus zu leben? Dabei leuchtet auch gleich ein, dass Holz nicht unendlich zur Verfügung steht, wahrscheinlich auch teurer wird und gleichzeitig mehr Qualität in den Wohnraum bringt.

Dieses Beispiel soll nun weniger der o.g. Dramatisierung dienen, als uns vielmehr vor Augen führen, wie weitreichende Änderungen im Alltag uns erwarten, wenn wir uns dazu entschließen, alles zu tun, um auch den Generationen nach uns noch ein schönes Leben zu ermöglichen.
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1 So unglaublich praktisch Beton als Baumaterial ist, so ist zu seiner Herstellung leider Meeressand nötig. Wüstensand eignet sich nicht dazu. Um welche Volumina es sich weltweit handelt und welches Ausmaß an Zerstörung damit einhergeht, lässt sich leicht vorstellen.


Links zum Thema:
www.klimanotstand.com​ (Homepage aus Österreich)
www.fridaysforfuture.at
www.traiskirchen.gv.at
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_%C3%B6sterreichischer_Orte_und_Gemeinden,_die_den_Klimanotstand_ausgerufen_haben