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Menschenrechte und Integration

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Die globale Entwicklung im Bereich der Fluchtbewegungen benötigt eine größere Perspektive. Um nachhaltige Lösungen zu erreichen müssen Fluchtgründe vor Ort behoben werden. Diese Haltung enthält ein internationales Engagement gegen Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen. Grundsätzlich stehen wir Grünen zu einer solidarischen europäischen Gemeinschaft, in der alle Mitgliedsländer gefordert sind, ihren Beitrag zu leisten.

Österreich war in den vergangenen zwei Jahren überdurchschnittlich engagiert und erfolgreich in der
Aufnahme und Versorgung von Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Neben der Unterbringung und Versorgung der Menschen ist Integration der Schlüssel für ein funktionierendes Miteinander.

Der Krieg in Syrien und die Fluchtbewegung aus anderen Krisenregionen der Erde ist auch in den Kärntner Gemeinden angekommen. Integration passiert auf Gemeindeebene. Unter Integration verstehen wir ein friedliches und geordnetes Zusammenleben und ein Einbinden in das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde.

Die Grünen haben in der Landtagsarbeit vor allem die Bedingungen für private Quartiergeber verbessert und kleinstrukturierte Unterbringung (unter 15 Personen) ermöglicht. Hier kann Integration sehr schnell stattfinden, ein menschlicher Umgang ist leichter möglich. Je näher und kleinstrukturierter Hilfe geleistet wird, desto mehr Vertrauen entsteht. Eine gute Lösung sind auch die drei vorhandenen Heime für unbegleitete Minderjährige mit Fluchterfahrungen. Hier können die Fluchterfahrungen im professionellen Rahmen aufgearbeitet werden.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Begegnung und Kennenlernen – und damit ein Abbau von Vorurteilen – findet meist nur dann statt, wenn dies geplant und organisiert wird! Hier sind insbesondere die Gemeinden und die örtliche Zivilgesellschaft gefordert.

Das Land Kärnten kann hier über die Kulturpolitik unterstützend mitwirken. Beim Essen, beim Trinken, beim Tanzen und beim Musizieren kommen Menschen zusammen. Dies schafft Frieden und zusätzliche Sicherheit. Kärntner Brauchtum und Brauchtum aus anderen Länder sorgt für mehr Verständnis füreinander. Wir befürworten hierfür Erleichterungen im Veranstaltungsgesetz: Für regelmäßige kulturelle Begegnung mit Beitrag zur Integration!

Rund 500 Privatpersonen haben im letzten Jahr in Kärnten mitgeholfen AsylwerberInnen unterzubringen. Wir sehen dieses Unterbringungsmodell mit „Familienanschluss“ als ausbaufähig an und wollen die Massenquartiere mit momentan 15-50 Personen dafür reduzieren und teilweise schließen. Dazu sind die Privatverzugsrichtlinien des Landes Kärnten zu überarbeiten.

Für die größeren Quartiere soll eine Nichterfüllung der Qualitätsstandards sanktioniert werden. Die Wiederholung von Erfahrungen aus der Vergangenheit, wie zum Beispiel auf der Saualm, soll zukünftig gesetzlich unterbunden werden.

AsylwerberInnen drängen derzeit vielfach in die Städte. Das hat vorwiegend mit der fehlenden Mobilität im ländlichen Raum sowie mit dem fehlenden Deutschkurs- bzw. fehlenden Ausbildungsangebot zu tun! Hier wollen wir Grüne durch Verbesserungen am Land entgegensteuern! Denn Kärnten besteht nicht nur aus der Stadt.

Für Frauen mit Kindern ist die Kinderbetreuung und Lernunterstützung der Kinder ein wesentlicher Bestandteil, um den Integrationsprozess sowohl für die Mütter als auch für die Kinder zu beschleunigen. Daher fordern wir eine deutliche Verbesserung von Betreuungsmöglichkeiten für alle Kinder, die in Kärnten leben.

Wir fordern einen Anreiz für Unternehmer, jungen Asylwerbenden Ausbildungsplätze in jenen Berufssparten zu ermöglichen, wo derzeit keine Stellenbesetzungen möglich sind, z.B. im Tourismus. Die derzeitige Regelung besagt, dass Asylwerbende bis zum Abschluss des 25. Lebensjahres nur dann eine Lehrstelle annehmen dürfen, wenn sich dafür keinE geeigneterR ÖsterrreicherIn bewirbt. Damit Lehrstellen nicht unbesetzt bleiben, soll ein Informationsprogramm für ArbeitgeberInnen erstellt werden, in denen die Möglichkeiten zur Beschäftigung von qualifizierten Asylwerbenden in Lehrverhältnissen erklärt werden.

Damit Integration gelingt, müssen wir uns verständigen können. Sprache ist die wichtigste Basis für ein gutes Zusammenleben. Daher fordern wir den frühestmöglichen, einfachen und schnellen Zugang zu zertifizierten Deutschkursen für AsylwerberInnen nicht nur im urbanen Raum, sondern auch in den ländlichen Bezirken. Die Einstufung soll verbessert werden, damit unnötige Mehrfachbelegungen von Sprachkursen der gleichen Niveaustufe vermieden werden. Begegnungsräume für den Austausch mit ÖsterreicherInnen sollen geschaffen werden, z.B. Förderungen für Diversity-Ansätze in Unternehmen, bei Veranstaltungen, Vereinen.​

Außerdem sind mehr finanzielle Mittel für die Förderung des Zusammenlebens in den Gemeinden nötig. So sollen die Ehrenamtlichen gebührend Unterstützung erhalten können (z.B.: Arbeitsmaterialien, Fahrtkosten), da sie unbürokratisch und schnell helfen.

Das Gestalten des gemeinsamen Zusammenlebens hält Potentiale bereit. Forschungsfelder für Kärntner Studierende könnten hier entstehen, z.B. so könnten sie im Rahmen von Projektaufgaben oder wissenschaftlichen Arbeiten zur Erlangung eines akademischen Grades sich den Herausforderungen der Zeit anzunehmen. Für eine generelle Aufwertung der Integrationsarbeit und den entsprechenden Stellenwert setzen wir uns ein.

Damit wir gut miteinander auskommen ist es wichtig, dass unsere neuen NachbarInnen über die Grundrechte einer jeden Frau und eines jeden Mannes Bescheid wissen, aber auch die Konventionen im Alltag kennen. Ausreichendes Angebot soll den Menschen mit Fluchterfahrung erklären, wie unsere Gesellschaft funktioniert! Auch hier ist es wichtig festzuhalten, dass Frauen in Österreich selbstbestimmt leben und den Männern gegenüber gleichberechtigt sind. Letztlich ist eine Eingliederung in die Gesellschaft einfacher, wenn man weiß wie diese funktioniert und welche Verhaltensweisen und Werte dieser innewohnen.

Kärnten hat seit kurzen ein gut durchdachtes Integrationsleitbild, an dem über 700 Personen mitgearbeitet haben. Wir Grünen stehen für eine Umsetzung dieser Maßnahmen. Für ein friedliches Zusammenleben in Kärnten braucht es beide Seiten. Sowohl die Kärntnerinnen und Kärntner als auch die neu Zugereisten sind dabei gefordert!

In der Schule werden mehr Stunden und Kapazitäten für Deutsch als Zweitsprache benötigt. Ein höheres Stundenkontingent und Sprachstartkurse sollten angeboten werden.​