gruene.at
Navigation:

Kunst und Kultur

WAS HABEN DIE GRÜNEN BEREITS ERREICHT?

Eine lebendige Kulturlandschaft entspricht dem Bedürfnis der Menschen, sich mit ihren Lebensbedingungen auseinander zu setzen, gemeinschaftlich etwas zu erleben und sich zu unterhalten. Künstlerische und kulturelle Ausdrucksformen bereichern das Leben und verweisen auf neue Entwicklungen in der Gesellschaft. Deshalb brauchen wir die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen von Film über Musik, Theater, Literatur, bildende Kunst, Architektur, Tanz bis hin zu experimentellen neuen Kunstformen und der Erschließung des kulturellen Erbes. Das gilt insbesondere für zeitgenössische Kunst und ihre Präsentation. Wir Grünen stehen für eine transparente, offene und moderne Kulturpolitik. Die Freiheit der Kunst zu wahren ist öffentlicher Auftrag, denn sie ist eine Voraussetzung für eine weltoffene und selbstkritische Gesellschaft.

Kärnten ist reich an KünstlerInnen und Kulturschaffenden, von denen viele in den verschiedenen Sparten wie Literatur, Musik, Architektur, bildnerische und darstellende Kunst sich einen Ruf weit über die Grenzen des Landes erworben haben. Doch das Verhältnis der Kulturschaffenden zur Politik war und ist ein zwiespältiges. Unter freiheitlicher „Regentschaft“ wurde die Volkskultur zur Propaganda instrumentalisiert. Die vielfältige freie Szene, die sich mit dem Regierungsstil kritisch auseinandersetzte, wurde von der Finanzierung abgeschnitten oder mundtot gemacht, nach dem Motto: „Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht!“

Dem Ende der freiheitlichen Regierung folgten Aufbruch und Hoffnung auf eine liberalere Kulturpolitik, ein echtes Interesse der Politik an der Kultur und eine bessere Unterstützung chronisch unterdotierter Kulturbereiche wie der freien Szene. Die Transformale war ein spannendes Experiment, das die vielfältigen Initiativen der freien Szene zu einem Gesamtprojekt bündeln sollte.

Doch mit dem Wechsel des Kulturreferenten setzte eine eher indifferente Haltung und Gleichgültigkeit gegenüber den Kulturschaffenden ein. Die im Koalitionsübereinkommen beschlossene Kulturstrategie fehlt bis heute. Wesentliche Entscheidungen im Kulturbereich - beispielsweise zum Landesmuseum - wurden verschleppt. Noch immer gibt es eine Überbetonung der Volkskultur, allerdings hat die freie Szene erstmals auch einen eigenen Budgetansatz.

Wir Grünen stellen Kunst und Kultur als Identitätsstifterinnen mehr in den Mittelpunkt und suchen die aktive Auseinandersetzung und den gesellschaftlichen Diskurs mit den kreativen Ideen und Projekten der Kulturschaffenden. Kultur hat in Kärnten gerade heute ein enormes Potential, das wir für die gesellschaftspolitische Weiterentwicklung und die Positionierung unseres Landes nutzen wollen. Die Grünen engagieren sich im Kulturbereich, pflegen Kontakte mit der Kulturszene und legen Wert auf die Erinnerungskultur, auf Partizipation und Kooperation der Kultureinrichtungen.

Spannende kulturelle Leuchtturmprojekte können durch ihre Strahlkraft für Orientierung sorgen und als Magnet für Kulturtourismus werden, dürfen aber nicht zu finanziellen Staubsaugern werden, die (wie unter Haider die Seebühne) anderen Projekten die finanzielle Basis rauben.

Mit unserer Fachkompetenz konnten wir erreichen, dass wir ein modernes, herzeigbares Museumsgesetz bekommen. Das Landesmuseum ist die größte Kultur-Baustelle des Landes. Die ehrgeizigen Pläne konnten durch ungeschicktes Management und fehlende Finanzierung bisher nicht umgesetzt werden. Der Bau des Depots für die Sammlungen ist mittlerweile beschlossen, doch weist das Gesamtkonzept noch wesentliche Lücken auf.​

Wir wollen Außenstellen wie das Freilichtmuseum Maria Saal, die Arena in Virunum und weitere Museen wie das MMKK und das Stadtmuseum Völkermarkt im Sinne eines Gesamtkonzepts nutzen und einbinden. Durch moderne Museumspädagogik und ein modernes Ausstellungskonzept sollen die Kärntner Museen für Schulen, Tourismus und die breite Bevölkerung attraktiv gemacht werden. Durch den Beschluss des Museumsgesetzes soll eine rechtliche Basis dafür geschaffen werden. Durch entsprechende Dotierung der Galerieförderung soll das Land Kärntner KünstlerInnen unterstützen und gleichzeitig wertvolle Kunstwerke für das Land sichern.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Die Vielfalt von Kunst und Kultur ist eine Besonderheit Kärntens, sie soll in allen Regionen des Landes spürbar und sichtbar werden. Wir nehmen kulturelle – dokumentarische, sammlerische, vermittelnde oder präsentierende – Initiativen von Kulturschaffenden wie von BürgerInnen ernst. Wir wollen durch Interesse, Förderungen und Raumangebote die vielfältige Kulturlandschaft Kärntens, sowohl die freie Szene als auch die großen Einrichtungen, unterstützen. Sowohl die ehrenamtliche als auch die professionelle Kulturarbeit erbringen wichtige Leistungen für die Gesellschaft.

Am kulturellen Leben aktiv oder passiv Teil zu haben ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wir wollen den Zugang zur Kultur für alle sicherstellen. Der „Hunger auf Kunst und Kultur“ soll gestillt werden, beispielsweise durch vergünstigte Museumseintritte, einen freien Eintritt für Kinder, Jugendliche, Menschen in finanziell schwieriger Lage oder kombinierte Eintrittskarten für Kultureinrichtungen und öffentliche Verkehrsmittel. In den Bildungseinrichtungen wird den jungen Menschen der Zugang zu Kultur geöffnet. Wir wollen erreichen, dass die Schulen gerade auch beim Ausbau zum Ganztagsunterricht ihr Angebot für Musikerziehung, Literatur-, Tanz-, Schauspiel- und Malunterricht verstärken. Wir wollen die Zusammenarbeit von Schulen und Kultureinrichtungen ausbauen.

Wir wollen Kunst und Kultur gezielter fördern, die Förderrichtlinien transparenter und die Förderabwicklung effizienter gestalten und langfristigen Förderverträgen mit Kulturinitiativen den Vorrang vor projektorientierter Förderung geben. Gleichstellung, Gendergerechtigkeit und Interkulturalität sollen durch die Förderungen gestärkt werden.

Die Initiativen der slowenischen Kulturverbände sollen ebenso eine angemessene Finanzierung erhalten wie die freie Kulturszene. Wir wollen EU-Förderschienen für grenzübergreifende Kulturprojekte im Alpe-Adria-Raum nutzen, um die Grenzregionen in den Fokus zu stellen. Wir wollen Kulturangebote im ländlichen Raum unterstützen, um der Bevölkerung einen niederschwelligen Zugang zu Theater, Musik und Galerien anzubieten. Neben der finanziellen Förderung können auch Sachleistungen, wie das Zur-Verfügung-Stellen von Räumlichkeiten, z.B. durch die Nutzung von leerstehenden Geschäftslokalen, erfolgen.

Die Volkskultur gehört zur Kärntner Identität – wenn Chöre deutsch und slowenisch singen, verbindet dies die Volksgruppen. In den Volksfesten, in der Landjugend werden Traditionen und Bräuche lebendig weitergegeben. Wir sehen in der Volkskultur ein wichtiges Instrument, um Gemeinsamkeit zu schaffen, Kommunikation und Zusammenhalt zu fördern und wollen diese Intentionen auch unterstützen. Volkskultur ist heute vorwärtsgewandt, bekennt sich zur Vielfalt, bezieht die Zugewanderten ein und experimentiert mit neuen Formen und Ausdrucksweisen.​

Das Stadttheater ist ein solide finanziertes Aushängeschild der Hochkultur in Kärnten, das sich mit seinen bewährten Produktionen stark auf das Abo-Publikum und bestimmte Gesellschaftsschichten konzentriert. Durch Uraufführungen und künstlerisches Experimentieren, die Einbindung der freien Theaterszene, mehr Spieltage und zusätzliche Spielorte (Etablierung einer neuen Studiobühne) könnten vermehrt junge Menschen oder KulturtouristInnen als Besucher gewonnen werden. Auch die Jugendarbeit beim Stadttheater sollte mehr Beachtung und Prestige erhalten.

Wir bekennen uns zur Unterstützung der Musikschulen als Instrument, um die künstlerische Kreativität von Kindern und Jugendlichen zu fördern und sehen die Eingliederung und finanzielle und personelle Absicherung des slowenischen Musikschulwerks (Glasbena Šola) als großen Erfolg.

Das Augenmerk soll nicht nur auf traditionellen Kunstformen liegen, sondern es soll auch ein Bewusstsein für andere, auch experimentelle Formen der Kultur geweckt werden: Im Bereich der bildenden Kunst die Wiederbelebung des Holzsymposions in Maria Saal, Performances und Aktionen im öffentlichen Raum oder Feste mit ästhetischem Anspruch, Musik und kulturellen Darbietungen.

Für die Jugendkultur braucht es Freiräume, geeignete Orte zur Begegnung und für Veranstaltungen, die vielseitig genutzt werden können.

Die Filmförderung der ‚Carinthian Film Commission‘ sollte verstärkt Eigenproduktionen Kärntner Filmschaffender fördern. Die vorhandenen Ressourcen an Schnittplätzen und das Know-How sollen für eine Filmausbildung im Filmland Kärnten genutzt werden können.

In Kärntens Dorf- und Stadtzentren, aber auch im ländlichen Raum gibt es zahlreiche historische Bauten von herausragendem Wert, die nicht unter Denkmalschutz stehen, aber schützenswert sind. Wir wollen die alten Bausubstanzen erhalten, unter anderem durch einen Ensembleschutz und mehr Förderungen für das baukulturelle Erbe in Kärnten. Dort, wo Ortszentren eher gesichtslos sind, sollen diese durch architektonische und stadtplanerische Maßnahmen unter Einbeziehung eines Gestaltungsbeirats aufgewertet werden.

Die vielen Burgen und Schlösser in Kärnten könnten als ´Unique Selling Proposition´ genutzt werden. Der Burgbau zu Friesach, der mit wissenschaftlichen Intentionen gestartet wurde und auch ein Projekt zur Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen darstellt, soll nachhaltig weitergeführt und in diesem Zusammenhang verstärkt touristisch genutzt werden.​