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Gesundheit

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Das Gesundheitswesen steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel bedingt durch die Demographie, den medizinisch-technischen Fortschritt sowie die Unsicherheiten der Finanzierung, welche zu einem wachsenden Kostendruck führen. Die Antworten der Politik sind bisher Maßnahmen einer Effizienzsteigerung, Ausgabensenkung, Leistungsverschiebung in den privaten Bereich (Mehrklassenmedizin) sowie die Liberalisierung und Privatisierung des Systems. All das betrifft die Gesundheit der Menschen direkt – jene, die das System benötigen und jene, die darin arbeiten. Dazu kommt, dass die Gesundheit jedes und jeder Einzelnen selbst zunehmend gefährdet ist durch Umweltgifte und einen wachsenden Druck in der Arbeitswelt.

„Gesundheit stellt eine Fähigkeit dar, Ziele zu erreichen, das Leben zu gestalten sowie individuelle und soziale Herausforderungen zu bewältigen. Ein umfassender Gesundheitsbegriff geht somit wesentlich über die Abwesenheit von Krankheit hinaus. Gesundheit als Potenzial zu fördern, soll in jeder Lebenssituation – auch bei Vorliegen einer Krankheit – angestrebt werden.“ (Weltgesundheitsorganisation).

Gesundheitspolitik muss also einerseits bei den Strukturen ansetzen und bei der Frage, welche Versorgung für das Wohlergehen der Menschen die Beste ist, und andererseits bei der Frage, wie sich gesundheitserhaltende und -fördernde Rahmenbedingungen schaffen lassen. Gesundheitspolitik ist auch Umweltpolitik, Verkehrspolitik, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik, Arbeitsmarktpolitik, Bildungspolitik; sie betrifft alle Politikfelder (‚Health in all Policies‘).

Und damit ist Gesundheit vor allem eines: ein primäres grünes Thema. Deshalb möchten wir uns in der nächsten Legislaturperiode stärker für die Gesundheit der Menschen einsetzen:
Gesunde Umwelt – Gesunder Mensch.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN IN DEN KOMMENDEN JAHREN ERREICHEN?

Es gibt eine Vielzahl an Herausforderungen, etwa bezüglich der Versorgung im ländlichen Raum, durch die Ausdünnung des ländlichen Raumes, steigende Anforderungen aufgrund der Überalterung der Bevölkerung (alte und chronisch Kranke) und hinsichtlich der Länge der Wege, die zurückgelegt werden müssen. Gleichzeitig geht die Zahl der Allgemeinmediziner zurück (Pensionswelle). Eine Herausforderung ist der Personalmangel in den Gesundheitsberufen.

Ein weiteres Problem stellt die Finanzierung der Sozialsysteme dar: 80 Prozent der Gesundheitsausgaben entfallen auf 20 Prozent der Menschen (alte und chronisch Kranke), die Ausgaben und der Bedarf steigen, die Einnahmen werden sinken durch den Verlust von Arbeitsplätzen (Industrie 4.0, Demographie, Teilzeitjobs, Prekarisierung).

Änderungsbedarf gibt es auch bezüglich der bisherigen Krankheitslastigkeit der Systeme: Die gesetzliche Aufgabe der Krankenversicherung ist derzeit nicht Gesundheitsförderung, sondern primär das Abfedern der negativen Folgen, die für die Betroffenen durch Krankheit entstehen. Die Folge ist ein auf die Versorgung Kranker ausgerichtetes System. Wir Grünen wollen stattdessen Gesundheitsförderung. Denn während die Lebenserwartung im Durchschnitt steigt, wächst die Zahl der in Krankheit verbrachten Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, im Alter von 65 an einer chronischen Krankheit zu erkranken, liegt laut Statistik Austria bereits bei über 50 Prozent.

Rund zwei Millionen Menschen haben in Österreich bereits eine private Krankenzusatzversicherung – die Mehrklassenmedizin ist bereits Realität. Wartezeiten und Selbstbeteiligungen steigen. Aufgabe der Gesellschaft und der Politik ist es, gesunderhaltende und gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen, innerhalb derer das Individuum frei Verantwortung für die eigenen Lebensumstände und die Gesundheit übernehmen kann.

Krankenhäuser sind die teuersten Strukturen in der Versorgung, daher gilt es, den niedergelassenen Bereich so zu organisieren, dass Kranke in relativer Nähe und zu allen Tageszeiten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen können. Die Konklusion ist die Stärkung der ländlichen Strukturen durch Erstversorgungszentren (Primary Health Care Zentren) in den Bezirksstädten in Ergänzung zu den niedergelassenen Ärzten. Dort soll eine Zusammenarbeit aller im Gesundheitsbereich tätigen Berufe stattfinden. Eine gut organisierte mobile Pflege soll eine rasche Entlassung aus den teuren Krankenhäusern ermöglichen, ein ausreichendes Betreuungsangebot soll besonders älteren Menschen würdevolle Betreuung bieten.

Innerhalb der bestehenden Krankenhäuser fordern wir die Weiterentwicklung vorhandener Spezialisierungen. So sollen Spezialisierungen in der Peripherie erhalten bleiben und ebenso die Qualität nach modernen Kriterien gewährleistet sein. Der weitere Ausbau der tageschirurgischen Eingriffe konnte erfolgreich vorangetrieben werden.

Der regionale Strukturplan Gesundheit 2015–2020 wurde bereits erfolgreich umgesetzt. Unsere weitere Forderung ist, dass er nach der Landtagswahl evaluiert wird, um die Möglichkeiten dieses Steuerungsinstrumentes bestmöglich zum Einsatz zu bringen.

Zur Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung fordern wir Psychotherapie auf Krankenschein.

Wir Grünen nehmen unsere Verantwortung in den unterschiedlichen Gremien, die die Gesundheitsplanung umfassen, sehr ernst und versuchen mit Grünen Werten für eine stete Verbesserung des Gesundheitswesens zu sorgen.​