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Frauen- und Familienpolitik

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Die Grüne Partei ist untrennbar mit der Entstehung der Frauenbewegung und mit dem Bemühen um eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben verbunden. Als einzige Partei Österreichs hat die Grüne Partei eine 50-prozentige Frauenquote in den Statuten festgeschrieben. Neben ökologisch, solidarisch, nachhaltig, basisdemokratisch, gewaltfrei gehört „feministisch“ zu den Grundwerten der Partei. Somit sind in der Grünen Partei die Rahmenbedingungen für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen festgeschrieben. Wir leben unsere Forderungen!

Auch außerhalb der Grünen Partei hat sich in den letzten Jahren in punkto „Gleichberechtigung“ von Männern und Frauen einiges getan. So sind Frauen erfolgreicher in vielen Berufsfeldern verankert, eigenständige Existenzsicherungen sind „normaler“ geworden.

Doch noch immer existieren große Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sei es bei den Einkommen oder dem Erreichen von Führungspositionen. Trotz verbesserter Ausbildung von Frauen gibt es nach wie vor gültige traditionelle Ausschlussmechanismen wie die sogenannte „gläserne Decke“ oder „Old-Boys-Netzwerke“. Nach wie vor wird die unentgeltliche Familienarbeit und Altenbetreuung vorwiegend von Frauen geleistet. Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleiben die großen Herausforderungen.

In der letzten Zeit ist auch aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen ein „Backlash“ zu bemerken, der von konservativen Kreisen für eine rückwärtsgewandte, traditionelle Frauenpolitik missbraucht wird. Umso wichtiger ist es, dass die Grüne Partei diesen Mechanismen ein starkes Gegengewicht setzt und klare Forderungen für die Stärkung von Frauen erhebt.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die unbezahlte Betreuungs- und Pflegearbeit von Familienangehörigen bleiben auch weiterhin Herausforderungen unserer Gesellschaft. Familiäre Pflichten werden noch immer primär Frauen zugeordnet, gesellschaftspolitische Modelle für Väterbeteiligung an der Familie sind unzureichend (weitere Ausführungen zum Thema Familie siehe „Kapitel Soziales“).

In der vergangenen Legislaturperiode wurden von uns viele Anträge zur Unterstützung von Kärntens Frauen im Landtag eingebracht. Unter anderem wurde mit unserem Antrag zur Bekämpfung der Energiearmut vor allem vielen alleinerziehenden Frauen unter die Arme gegriffen. Mit der Einrichtung einer „Green Care Koordinationsstelle“ in der Landesverwaltung ist ein großer Schritt zur Umsetzung von Green-Care Projekten gelungen. Das eröffnet den Frauen am Land neue Beschäftigungsmöglichkeiten (z.B. Bauernhof als Pflegeeinrichtung, als Einrichtung zur Betreuung von psychisch oder physisch kranken Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen; spezielle Angebote, z.B. im Bereich Waldpädagogik, artgerechte Tierhaltung, ökologische Bewusstseinsbildung im Rahmen von Begleitung, Betreuung und Pflege). Damit wird auch das Bewusstsein für landwirtschaftliche Berufe, Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltthemen gefördert. Ein Antrag zum Erhalt der Misteltherapie wurde gemeinsam von allen Frauen im Landtag verfasst und einstimmig beschlossen.​

Die Situation von Frauen in Kärnten ist verstärkt im Landtag sichtbar geworden, denn seit einem Jahr ist das Vorlegen des jährlichen Berichts vom Frauen– und Gleichbehandlungsreferat des Landes Kärnten verpflichtend. Durch unsere Änderung im Kärntner Gleichbehandlungsgesetz ist dies möglich geworden.

Nach wie vor bleiben aber viele Forderungen, um das Leben von Frauen in Kärnten zu verbessern, aufrecht. Diese gilt es in der nächsten Legislaturperiode des Kärntner Landtages umzusetzen.​​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Ein Mindestlohngesetz auf Bundesebene soll gerade Frauen eine Existenz sicherndes Einkommen aus ihrer Arbeit garantieren und Lohnerhöhungen in den „niedrig“ bezahlten „Frauenbranchen“ bringen.

Wirtschaftsförderung soll an eine verpflichtende Gleichbehandlung in Betrieben (Gleichbehandlungsbilanz) gebunden sein.

Die Kinder- und Jugendhilfe soll weiterentwickelt und finanziell ausgeweitet werden.

Flexible Öffnungszeiten von öffentlichen und privaten Kindergärten ermöglichen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit.

Eine verbindliche Frauenquote für Parteien soll an die Auszahlung der Klub – und Parteienförderung gekoppelt werden.

Ebenso soll verpflichtend eine Frauenquote in Führungspositionen und Aufsichtsräten eingeführt werden.

Die Ausbezahlung von Familienleistungen soll an ein eigenes Konto der Frau gekoppelt werden.

Die Grünen fordern vermehrte Bemühungen zum Erlangen des Prädikats “Familienfreundliche Gemeinde“ durch den Gemeindebund in Kärnten.

Eine adäquate finanzielle Ausstattung der Angebote von Frauen- und Familienberatungsstellen, Frauenhäusern und Opferschutzeinrichtungen muss gewährleistet sein.

Gender Budgeting soll verpflichtend in allen Gemeinden eingeführt werden.​