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Bildung

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Bildung ist die Voraussetzung für ein waches Bewusstsein und trägt zur Entfaltung des Potentials, der Kreativität und des sozialen Verantwortungsgefühls der Menschen bei. Bildung ist auch der Schlüssel gegen Armut und Arbeitslosigkeit und die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Bildung beginnt im Kindergarten und hört nie auf – wir vertreten den Ansatz des lebenslangen Lernens für die Verwirklichung von Lebenschancen und für den besseren Umgang mit unserer sich schnell ändernden, komplexen Gesellschaft.

Bildung hat zwei zentrale Funktionen: zum einen die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten zum Wissenserwerb, zum anderen die Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung, den Erwerb von sozialen Kompetenzen und die Entwicklung eines kritischen Bewusstseins. Das Recht auf Bildung hat jeder Mensch.

Die Aufgabe der Politik ist es, Voraussetzungen und Bedingungen zu schaffen, damit jeder Mensch die gleichen Chancen und Möglichkeiten hat, dieses Recht auf Bildung einzulösen und somit die Chancengerechtigkeit immer weiter zu verwirklichen. Die Reaktion unseres Bildungssystems auf die rapiden gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen muss so erfolgen, dass unserer Jugend ein eigenverantwortlicher und kritischer Umgang damit ermöglicht wird.

Dem frühkindlichen Bildungsbereich kommt durch vermehrte Auslagerung der Erziehungsarbeit immer mehr Verantwortung zu. Wir bekennen uns zur Chancengleichheit für unseren Nachwuchs. Alle Kinder sollen entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen gefordert und gefördert werden. Wichtig sind hier z.B. die Früherkennung von Teilleistungsschwächen und -stärken, (sprachliche) Frühförderung, Inklusion und spezielle Förderprogramme. Aber auch die aktive Förderung des Interesses an Naturwissenschaften ist hier ein wichtiges Anliegen. Daher ist es für uns wichtig, unterschiedliche Modelle des elementaren Bildungsangebotes zu fördern und bestehende zu erhalten. Wir Grünen haben uns deshalb bei der letzten Novelle des Kinderbetreuungsgesetzes aktiv und erfolgreich für die Förderung und finanzielle Unterstützung von Sonderformen in der Kinderbetreuung wie z.B. Waldkindergärten eingesetzt.

Für die Gemeinsame Schule gilt: Kein Kind zurücklassen! Das Ganztagsschulmodell stellt für uns die Antwort auf die großen Herausforderungen und die drastischen Veränderungen im Bildungssystem dar. Die viel zu frühe Trennung der Kinder nach vorwiegend sozialen Kriterien mit zehn Jahren und das an vielen Orten noch fehlende Ganztagesangebot sind u.a. die Ursachen dafür, dass unser Schulsystem im internationalen Vergleich relativ schlecht abschneidet. Wir treten daher für die gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr ein, in der die Kinder aller sozialer Schichten, Religion, Herkunftsregionen und Kinder und Jugendliche mit Behinderung ihre individuellen Potenziale voll entfalten können. Daher muss die sogenannte Neue Mittelschule in Richtung mehr Autonomie, bessere fachliche und pädagogische Qualitätssicherungsstandards und nachhaltige Bildungsinhalte weiterentwickelt werden.​

Die frühe Entwicklung eines politischen Bewusstseins ist uns ein wichtiges Anliegen. Daher ist für die Zukunft unserer demokratischen Verfassung die Einbindung von jungen Menschen in unser politisches System unerlässlich. Wir konnten maßgeblich mitwirken, um das SchülerInnenparlament in der Geschäftsordnung des Kärntner Landtags im Zuge des Demokratiepaketes verankern. Die Aufwertung dieses jungen politischen Gremiums ist ein Gewinn für Kärntens Schulen.

Ebenso sehen wir Grünen die Notwendigkeit für ein eigenes Pflichtfach ‚politische Bildung‘. Mit einem Antrag dazu haben wir bereits die Diskussion darüber im Bildungsausschuss des Kärntner Landtages initiiert und werden uns weiterhin dafür einsetzen.

Wir setzen uns auch dafür ein, dass Parteipolitik ‚aus der Schule draußen bleibt‘. Allein die Qualifikation und nicht die Parteizugehörigkeit soll bei Personalentscheidungen ausschlaggebend sein.

Die Lehrlingsausbildung galt lange als Erfolgsrezept, um Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern und den FacharbeiterInnen-Nachwuchs zu garantieren. Die Qualität der Lehrlingsausbildung wird teilweise den Anforderungen der Zukunft nicht gerecht. Lehrlinge werden in einigen Betrieben nach wie vor als billige Hilfskräfte gesehen anstatt eine adäquate Berufsausbildung zu erhalten.

Dem tertiären Bildungsbereich fällt in Kärnten eine Schlüsselposition zu. Wir bekennen uns zu den bestehenden Standorten der Fachhochschule und forcieren die Stärkung der Angebote zur Kooperation mit der Wirtschaft. Auch die Universität und die Pädagogische Hochschule sind in ihrem Standort zu sichern. Generell ist es ein zentrales Anliegen, dass diese Bildungsangebote mit Fokus auf Spezialisierungen, Nischen und Alleinstellungsmerkmalen auszubauen und weiter zu entwickeln sind. Es sind alle Anstrengungen zu unternehmen, damit junge Menschen auch entsprechende Erwerbsmöglichkeiten bzw. interessante Arbeitsplätze in Kärnten vorfinden. Wir können uns einen weiteren Brain-Drain nicht leisten.

Lebenslanges Lernen soll ermöglicht werden, dies soll generationenübergreifendes Lernen sowie soziales Lernen ebenfalls beinhalten.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Die Kinderbetreuung soll als Bildungseinrichtung fungieren. Das soll durch flächendeckende Kinderbetreuung mit flexiblen Öffnungszeiten, die Sicherstellung der Förderung der erstsprachlichen Sprachkompetenz und sprachliche Frühförderung in Deutsch, Förderung der Mehrsprachigkeit sowie durch zwei verpflichtende Kindergartenjahre (gratis) für 4- bis 6-Jährige erreicht werden. Wir wollen die Aufwertung des Berufsstandes durch universitäre Ausbildung, bessere Entlohnung, gleiche Behandlung aller KindergärtnerInnen und mehr männliche KindergartenpädagogInnen (Gender Mainstreaming) durchsetzen.

Weiters fordern wir die Gemeinsame Schule aller 6- bis 14-Jährigen mit verschränktem Unterricht in mindestens jeder Bezirkshauptstadt, als erster Schritt zur flächendeckenden Versorgung dieser Schulform. Der Unterricht soll in differenzierter Form stattfinden - neben Frontalunterricht auch Modullernen, und Projektunterricht, im Sinne von „Hausübungen in der Schule“ verschränkt mit einer bildungsorientierten Freizeitgestaltung: „Die Schule soll in der Schule bleiben!“

Es braucht mehr politische Bildung (als Fach und als Unterrichtsprinzip) sowie Sport, Musik und Kreativität. Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht erfordern adäquate Räumlichkeiten, u.a. Pausen –und Rückzugsräume, die entsprechende finanzielle Ausstattung muss sichergestellt sein. Die Schulverwaltung sollte den sich verändernden Anforderungen gerecht werden, sie soll flexibler, weniger kontroll- und mehr serviceorientiert und für Lehrende im Hinblick auf Weiterbildung, Problemlösung und Qualitätssicherung unterstützend sein.

Die identitätsstiftende Funktion der Sprache hat eine wichtige Bedeutung. Der erstsprachliche Unterricht und die Sprachkompetenz in Deutsch und Slowenisch soll daher sichergestellt werden. Der verpflichtende muttersprachliche Unterricht für Kinder mit Migrationshintergrund soll ausgebaut werden. Die Beherrschung der eigenen Sprache ist eine entscheidende Grundlage um weitere Sprachen zu erlernen. Wir stehen für eine Aufwertung und qualitative Verbesserung der Lehre. Die Wege nach der Matura sollen so gestaltet sein, dass jungen Menschen genügend Raum für Perspektiven gegeben ist. Wir fordern neben Lehre mit Matura den Ausbau der bestehenden Möglichkeiten, dass Lehrlinge das Bildungsangebot der Fachhochschule und anderer tertiärer Bildungseinrichtungen besser nutzen zu können. Mit solchen Maßnahmen sollen auch berufstätige Studierenden vermehrt in das Bildungssystem eingebunden werden können.

Ebenso fordern wir eine Verbesserung der finanziellen Ausstattung von Einrichtungen zur
Erwachsenenbildung und Förderung von neuen Angeboten für lebenslanges Lernen
(innerbetrieblich und außerbetrieblich).

In Bezug auf die Tertiäre Bildung soll das Bildungsland Kärnten von den bestehenden Institutionen in Zukunft mehr profitieren. Daher fordern wir eine Schärfung des Profils des tertiären Bildungsbereichs durch Erhalt und Stärkung der Uni, FH, PH und eine Weiterentwicklung in Richtung Nische und Alleinstellungsmerkmal sowie durch verstärkte Kooperationen mit Wirtschaft und Gesellschaft (z.B. durch Förderung von Start-Up Initiativen, Praktika in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft).​