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Mobilität

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Öffentliche Verkehrsmittel sind klima- und umweltverträglicher als der motorisierte Individualverkehr, weil sie weniger Energie und Platz brauchen und weniger Schadstoffe ausstoßen. Die Grünen wollen die öffentlichen Verkehrsmittel so attraktiv machen, dass immer mehr Kärntnerinnen und Kärntner auf Bus und Bahn umsteigen. Der öffentliche Verkehr soll angebotsorientiert entwickelt werden, sich an den Bedürfnissen der KundInnen orientieren und unter größtmöglicher Einbindung der Bevölkerung, der Gemeinden und der Unternehmen regional abgestimmt werden. Das ist keine einfache Aufgabe, weil der öffentliche Verkehr in Kärnten über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt und finanziell ausgeblutet wurde. Der grüne Verkehrsreferent Rolf Holub hat aber in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die bereits zu einer Verbesserung der Infrastruktur und zu einem Fahrgastwachstum geführt haben.

Der Mobilitätsmasterplan MoMaK 2035 wurde im Juli 2016 von Landesrat Rolf Holub vorgestellt und von der Landesregierung angenommen. Er stellt eine Leitlinie für verkehrspolitische Aktionen dar und hat die Verdoppelung des Anteils von Öffentlichem Verkehr und Radverkehr am Gesamtverkehrsaufkommen in Kärnten zum Ziel. In Pilotprojekten werden neue Methoden ausgetestet, um die Kärntner Regionen zu verbinden: Umweltfreundliche verbesserte Verkehrsangebote ermöglichen neue Wege im Alltag mit Bahn und Bus, E-Mobilität, Rad - und Fußverkehr. Intelligente Apps informieren über das neue verbesserte Mobilitätsangebot. Davon profitieren alle Kärntnerinnen und Kärntner, die umweltfreundlich unterwegs sein wollen.

Die Kärntner S-Bahn wird ausgebaut: In ganz Kärnten werden Haltestellen barrierefrei gestaltet, neu gebaut und moderner. Der Takt der Schnellbahnlinien wird verdichtet. Mit der Einführung der neuen S4 wächst das S-Bahn-Netz weiter. Teilstücke der neuen Koralmbahn werden so raschwie möglich in Betrieb genommen, die S3 ist dort schneller unterwegs.

In einem gemeinsamen Europa darf der öffentliche Verkehr nicht an Kärntens Grenzen enden. Die grenzüberschreitende Regionalzugverbindung „Micotra“ verbindet Villach mit der Region Friaul-Julisch Venetien, die Alpe-Adria Linie die Landeshauptstadt Klagenfurt mit der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Diese Angebote sind wichtig für den Tourismus, aber auch für die internationale Ausrichtung Kärntens.​

Unsere Mobilitätsangebote sollen für alle KärntnerInnen leistbar sein. Neue und einfachere Tarifmodelle (z.B. Jahreskarten für das ganze Land und einzelne Regionen) sollen entwickelt werden. Für Kinder und Jugendliche wurde mit dem JUGEND.Mobil-Ticket bereits ein preislich hochattraktives Angebot geschaffen.

Da der Flughafen von den international tätigen Kärntner Unternehmen als wichtige Infrastruktur betrachtet wird, wurde der Sanierung der Piste durch die Eigentümer Land Kärnten und Stadt Klagenfurt zugestimmt, um ein sofortiges Betriebsverbot für den Flughafen zu vermeiden. Aufgrund des geringen Passagieraufkommens, der wirtschaftlichen Performance der Flughafenbetriebsgesellschaft und der Umweltbilanz des Flugverkehrs (Lärm, CO2-Emissionen) bleibt die Zukunft des Flughafens offen. Eine Teilprivatisierung wird angestrebt, um die öffentliche Hand von Zuschüssen zu entlasten.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Um den Mobilitätsmasterplan zügig umzusetzen wollen die Grünen zusätzliche finanzielle Mittel für den öffentlichen Verkehr in Kärnten bereitstellen. Der Regionalverkehr wird schon bald auf der neuen Koralmbahnstrecke verkehren. Der Ausbau der S-Bahnhöfe und die Neugestaltung der Haltestellen in Richtung Mobilitätsknoten sollen forciert werden. Schon bald sollen auf Kärntens S-Bahn-Strecken moderne Regionalverkehrsgarnituren verkehren. Die Takte werden verdichtet, Busse und Züge der verschiedenen Unternehmen aufeinander abgestimmt und die Wochenend- und Tagesrandverbindungen verbessert.

In Fürnitz und Kühnsdorf werden moderne Güterverladezentren ausgebaut, Zuliefergleise und regionale Güterverkehrsbahnhöfe sollen erhalten werden, um den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern zu können. Lärmschutzmaßnahmen sind zu forcieren, damit die Wohn- und Lebensqualität von Menschen entlang von Hauptverkehrsverbindungen wie der Wörtherseebahnstrecke verbesserwird.. Die noch nicht trassierten Strecken der Koralmbahn im Zentralraum sind in enger Abstimmung mit den Menschen, die in diesen Räumen wohnen, und den Gemeinden zu planen. Der Zustell- und Lieferverkehr soll umweltverträglicher gestaltet werden, beispielsweise durch den verstärkten Einsatz von Lastenrädern.

Mit den Investitionen in den öffentlichen Verkehr schaffen wir eine Infrastruktur für Bevölkerung und Wirtschaft. Wir ermöglichen speziell Kindern, Jugendlichen, älteren Personen und sozial schwächeren Bevölkerungsgruppen den Zugang zu Versorgungseinrichtungen, Bildung und Kultur. Und wir setzen wichtige Impulse für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt (Stichwort „Green Jobs“): Allein auf den Baustellen der Koralmbahn finden derzeit rund 1000 Menschen Beschäftigung.

Die Grünen wollen in der kommenden Legislaturperiode preislich attraktive Jahresnetzkarten schaffen, mit der die Fahrgäste auf allen Linien des öffentlichen Verkehrs in Kärnten unterwegs sein können. Bisher gibt es nur Zeitkarten (Monats- bzw. Jahreskarten) für einzelne Strecken, die künftig durch neue Tarifsysteme ergänzt werden sollen. Durch Jobtickets und Zehnerblocks soll für die arbeitstätigen Menschen der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel attraktiv gemacht werden. Für Studierende, SeniorInnen und sozial benachteiligte Menschen soll es vergünstigte Jahresnetzkarten geben.

Für jede Gemeinde soll es zumindest einen Mobilitätsknoten geben, an dem die verschiedenen Verkehrsmittel verknüpft werden. Die Mobilitätsknoten sollen je nach Bedeutung mit Informationssystemen, mit Park & Ride und Bike & Ride Anlagen ausgerüstet und behindertengerecht ausgebaut werden. Haltestellen sollen modern und bequem gestaltet werden und über moderne Kommunikationsschnittstellen (z.B. Tablets) über Fahrpläne informieren und Ticketbuchungen ermöglichen.

Der Kärntner Verkehrsverbund soll zur Service- und Informationsdrehscheibe („Mobilitätsplattform“) weiterentwickelt werden, die auch die Planung der einzelnen Verkehrsträger inklusive jener in den Bezirksstädten aufeinander abstimmt. Das Gesamtangebot soll gestärkt werden, indem ergänzend zum Linienverkehr eine Zusammenarbeit mit Radverleih, GO-Mobil und anderen Mikro-Verkehrssystemen aufgebaut wird. Das Interface soll deutlich verbessert werden, sodass es leichter möglich ist Verbindungen (Bahn, Bus etc.), Preise und Haltestellen zu finden.​

Zusätzlich zur Absicherung des bestehenden öffentlichen Linienverkehrsnetzes sollen neue bedarfsorientierte Verkehrsmittelangebote für den Wochenendverkehr, für die Tagesrandstunden, für weniger dicht besiedelte Regionen und für spezielle Themenstellungen entwickelt werden (GoMobil, Nachtbusse, Nachttaxis, Sammeltaxis, Mitfahrbörsen, etc.). In Form von Pilotprojekten soll beispielsweise ausgetestet werden, wie Alltagsverkehr und Tourismusverkehr kombiniert, Mikroverkehre bedarfsorientiert ausgebaut und Carsharing-Modelle entwickelt werden können. Auf dem Wörthersee sollte auch der Wasserweg als Transportmittel für die Bevölkerung besser nutzbar gemacht werden.

Bei Großveranstaltungen sollen eigene Mobilitätskonzepte für eine bessere öffentliche Verbindung zu den Veranstaltungen (z.B. Advent in Velden, Villacher Kirchtag etc.) sorgen.

Um die Kohlendioxidbilanz Kärntens zu verbessern, wollen wir die Elektromobilität fördern. Das Land Kärnten geht mit gutem Beispiel voran und stellt einen Teil der Fahrzeugflotte auf Elektroautos um. Das E-Tankstellen-Netz soll vor allem im Wohnbau und bei Betrieben weiter ausgebaut werden, wobei auf das zeitliche und räumliche Zusammenspiel von Ökostromerzeugung (speziell Photovoltaik), Stromnetzen, Stromspeichern und Ladestationen zu achten sein wird. Größere Mobilitätsknoten sollen mit Elektrotankstellen ausgestattet werden.

Ein Großteil der täglich zurückgelegten Wege ist kurz und zu Fuß oder per Rad zu bewältigen. Sichere Schulwege sollen es Kindern ermöglichen, die Schule zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen. Die Radwege sollen kärntenweit besser verknüpft werden. Das Fahrrad soll innerörtlich als Verkehrsmittel für die Bildung, die Arbeit, das Einkaufen und die Freizeit forciert werden. Wir wollen das Rad als Alltagsverkehrsmittel und für den Freizeit- und Tourismusverkehr fördern, den RadfahrerInnen Vorrang im innerörtlichen Straßenverkehr einräumen und die dafür benötigte Radinfrastruktur wie Radwege, Radrouten und Fahrradabstellplätze beschleunigt ausbauen. Im Zuge der Ortsentwicklung soll darauf Bedacht genommen werden, dass wichtige Einrichtungen fußläufig miteinander verbunden, Fußwege sollen bequem und sicher gestaltet und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Dazu soll einE Rad- und FußwegkoordinatorIn für Kärnten eingesetzt werden, der/die bei Planungen mitwirkt und die Verbesserung der Infrastruktur und Dienstleistungen betreut.

Im Straßenbaureferat soll der Erhalt einer funktionierenden Straßeninfrastruktur im städtischen und ländlichen Bereich Vorrang vor dem Aus- und Neubau von Straßen haben. Bei Großinfrastrukturvorhaben sollen Wirtschaftlichkeit, Umwelt- und Sozialverträglichkeit geprüft und durch BürgerInnenbeteiligung und Mediation ein Ausgleich von Interessen gefunden werden. Bei Straßenbauvorhaben in Ortsgebieten ist der Bau von Rad- und Gehwegen mitzuplanen.

In den Städten und Siedlungsgebieten befürworten wir Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung - wie Begegnungszonen. Durch eine gezielte Parkraumbewirtschaftung wollen wir effektive Anreize zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel setzen. Tempolimits (beispielsweise Tempo 100 auf der Wörtherseeautobahn) können geeignet sein, um die Belastung von Menschen und Umwelt durch Lärm, Schadstoffe und CO2-Emissionen zu reduzieren.​