gruene.at
Navigation:

Land- und Forstwirtschaft

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Die Grünen wollen die kleinbäuerliche Struktur der Kärntner Landwirtschaft erhalten. Sie sichert die Pflege unserer schönen Kulturlandschaft und schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Langfristig stehen die Chancen für Kärntens Land- und Forstwirtschaft gut, weil die Nachfrage nach unseren Produkten steigen wird. Ernährungssouveränität ist eine Frage der Sicherheit: Wir müssen uns die Fähigkeit erhalten, unser Land, unsere Region zu ernähren und dürfen nicht immer stärker von Nahrungsmittelimporten abhängig werden. Alle Menschen haben ein Recht auf gesunde Lebensmittel.

Viele Kärntner Bauern und Bäuerinnen sind in Sorge um die Zukunft. Nicht ohne Grund: In den letzten Jahren sind die bäuerlichen Einkommen in Kärnten deutlich gefallen. Die Preise sinken, es gibt weniger Förderungen und nun müssen viele noch aufgrund einer Erhöhung der Einheitswerte höhere Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Viele Bauernhöfe haben die aktive Bewirtschaftung aufgegeben, der Strukturwandel hat sich beschleunigt. Die Grünen haben im Landtag diese Probleme aufgezeigt und sich für eine Unterstützung der Bauern eingesetzt, beispielsweise durch eine gerechtere Gestaltung des Sozialversicherungsbeitragssystems.

Die industrielle Landwirtschaft ist mit ihrem Einsatz von Pestiziden, Massentierhaltung und Massenproduktion zu Billigstpreisen in eine Sackgasse geraten. Die Grünen setzen dagegen auf eine qualitative, ökologische Landwirtschaft, in der gute Produkte auch durch entsprechende Preise wertgeschätzt werden.

Die Grünen unterstützen voller Überzeugung die Biolandwirtschaft als ökologisch und wirtschaftlich vernünftige Alternative, weil sie nachhaltig produziert, hohe Tierschutzstandards aufweist und fruchtbare Böden, sauberes Trinkwasser, Artenvielfalt und Klimaschutz schafft. Bio hat sich in den letzten Jahren als äußerst dynamischer Wachstumsmarkt erwiesen und viele Bäuerinnen und Bauern sind in die Biolandwirtschaft neu eingestiegen. Dadurch ist der Bioanteil in Kärnten auf 20 Prozent gestiegen. Der Bedarf an Bioprodukten in Österreich, Europa, weltweit steigt aber rasant, sodass ein weiteres Wachstum der Biolandwirtschaft wünschenswert ist.

Die Grünen nutzen ihre Kontakte zu ökologisch denkenden KonsumentInnen, um die Wertschätzung und die Vermarktung der Bioprodukte voranzutreiben. Wir haben im Kärntner Landtag einen Antrag durchgesetzt, dass 30 Prozent der Produkte in öffentlichen Küchen vom Kindergarten bis zu den Krankenhäusern aus biologischer Landwirtschaft kommen sollen. An der Umsetzung arbeiten wir konsequent, wie positive Beispiele der Kindergärten in Villach und Maria Saal zeigen.

Die Grünen setzen sich auch innerhalb der konventionellen Landwirtschaft für eine Ökologisierung der Produktion ein, sowie für eine Verringerung des Verbrauchs von Mineraldünger und Pestiziden. Durch das Engagement von Umweltorganisationen und Grünen ist es gelungen, dass zum Schutz unserer Bienen ein Moratorium für den Einsatz von Neonicotinoiden verhängt und der Einsatz von Glyphosaten zum Totspritzen von Getreide in der Landwirtschaft reduziert wurde. Im neuen Pflanzenschutzmittel-Aktionsplan sollen Maßnahmen zur Verringerung des Pestizideinsatzes und ein effektives Monitoringsystem in Kärnten verankert werden.​

Die Grünen sind nicht grundsätzlich gegen den freien Handel, aber sie lehnen Freihandelsverträge ab, die Umwelt-, Lebensmittelsicherheit- und Arbeitsstandards untergraben und strittige Entscheidungen an internationale Schiedsgerichte übertragen. TTIP und CETA stellen durch billige Dumpingimporte die Existenz unserer heimischen Landwirtschaft in Frage. Während TTIP durch die Entwicklungen in den USA auf Eis gelegt ist, wurde CETA, der Freihandelsvertrag mit Kanada, auf EU-Ebene beschlossen. Die Grünen fordern, dass bei der Ratifizierung im österreichischen Parlament der massive Widerstand der österreichischen Bevölkerung gegen CETA berücksichtigt wird, der auch in der breiten Unterstützung im Rahmen eines Volksbegehrens zum Ausdruck gebracht wurde..

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Die Grünen haben frühzeitig davor gewarnt, dass das neue Agrar-Förderprogramm zu bürokratisch ist. Die Förderungen müssen im neuen Programm der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) entbürokratisiert und finanziell attraktiver gestaltet werden, speziell auch für das Grünland und die Biolandwirtschaft. Die Flächenfeststellung bei Almflächen soll vereinfacht werden. Die Honorierung von Naturschutzmaßnahmen über das Österreichische Agrarumweltprogramm ÖPUL soll gestärkt, aber entbürokratisiert werden. Die Bergbauernbetriebe sollen besonders unterstützt werden, um die Kulturlandschaft und bäuerlichen Arbeitsplätze im Berggebiet zu erhalten.

Wir fordern faire Preise, die die Produktionskosten decken und einen angemessenen Lebensunterhalt sichern. Wir wollen die Märkte entlasten, indem wir auf Qualität, nicht auf Menge setzen. Für die Direktvermarktung soll es Erleichterungen geben, z.B. durch Einführung eines Freibetrags bei der Sozialversicherung und Abschaffung bürokratischer Hindernisse.

Die biologische Landwirtschaft ist unsere Zukunft. Die Grünen treten für ein kontinuierliches Wachstum der Biolandwirtschaft und des Biomarktes ein. Unser Ziel ist es, dass mittelfristig 50 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Kärnten biologisch bewirtschaftet werden. Das erfordert, dass der Einstieg in die Bio-Fördermaßnahme jederzeit ermöglicht wird. Darüber hinaus brauchen wir eine verstärkte Vermarktung für Bio-Produkte. An den landwirtschaftlichen Fachschulen soll der Unterricht betreffend Methoden der biologischen Landwirtschaft verbessert und ausgebaut werden.

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass Kärnten dauerhaft eine gentechnikfreie Region bleibt. Wir fordern die Forcierung der heimischen Saatgutproduktion und Importverbote für Gentechnik-Saatgut nach Österreich. Viele Betriebe in Kärnten verzichten heute schon auf gentechnisch veränderte Futtermittel. Die Grünen unterstützen den Umstieg von importiertem Gen-Soja auf gentechnikfreie Futtermittel durch vermehrte Produktion von gentechnikfreiem Eiweißfuttermittel in Kärnten.

Die Grünen engagieren sich dafür, dass Vielfalt und Artenschutz in der Kulturlandschaft - artenreiche Wiesen, Hecken, Trockensteinmauern, Kleingewässer und Almen - bewahrt werden und befürworten die finanzielle Abgeltung von Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft im Rahmen des ÖPUL und von Natura-2000-Projekten.​

Aus Respekt vor dem Tier und dessen Bedürfnissen setzen sich die Grünen für tierfreundliche Haltungssysteme, für Weidegang und Freilandhaltung ein. Tiertransporte sollten so kurz wie möglich gehalten werden und dürfen nur unter Einhaltung der tierschutzrechtlichen Bestimmungen erfolgen. Diese sind konsequent zu überprüfen, vor allem bei Ferntransporten. Im Sinne des Tierschutzes soll auch die Weideschlachtung ermöglicht werden, z.B. durch mobile Schlachtanlagen. Wir unterstützen Maßnahmen zur Förderung der Weidehaltung, die tierfreundlich und klimaverträglich ist und darüber hinaus das Landschaftsbild und artenreiche Wiesen erhält.

In der regionalen Vermarktung besteht eine gute Chance, Absatz und Wertschöpfung zu erhöhen. Uns ist es wichtig, dass regionale Produkte auch wirklich aus der Region stammen und kein Etikettenschwindel betrieben wird. Indem Produktionsketten auf regionaler Ebene geschlossen werden, werden Glaubwürdigkeit und regionale Wertschöpfung erhöht. Die Direktvermarktung schafft einen direkten Kontakt zum Kunden und stärkt die Glaubwürdigkeit der ProduzentInnen. Wir setzen uns für einen Abbau der bürokratischen Hindernisse für DirektvermarkterInnen ein, zum Beispiel gegen übertriebene Aufzeichnungspflichten und Hygieneauflagen.

Die Grünen unterstützen Initiativen zur Selbstversorgung mit Lebensmitteln, beispielsweise Wohnprojekte mit der Möglichkeit, eigene kleine Gärten anzulegen. In Städten und Dörfern können Projekte wie Gemeinschaftsgärten und ‚Urban Gardening‘ die Beziehung der Menschen zur Lebensmittelproduktion stärken. Wir befürworten auch Projekte der Solidarischen Landwirtschaft, bei denen Gruppen von Verbrauchern mit lokalen Landwirtschaftsbetrieben kooperieren.

Durch die Einbeziehung der Förderungen in die aktuelle Einheitswertfeststellung sind diese in vielen Betrieben stark angestiegen, obwohl die Einkommen in den letzten Jahren stark gesunken sind. Das führt zu Kostensteigerungen bei Sozialversicherung, Grundsteuer und Landwirtschaftskammerbeitrag. Da die Reduzierung der SVB-Beitragssätze im letzten Quartal 2016 dieses Problem nicht löst, setzen sich die Grünen für ein faireres Berechnungssystem für Einheitswert und Sozialversicherung ein. Die Hebesätze bei der Grundsteuer, die Beitragssätze und der Mindestbeitrag der Sozialversicherungen müssen an die tatsächliche (schwierige) finanzielle Situation der Bäuerinnen und Bauern angepasst werden. Zu überlegen ist auch die Wiedereinführung einer Freigrenze für Direktvermarktung, bäuerliche Nebentätigkeiten (Maschinenringe) und Urlaub am Bauernhof.

Die Geldflüsse zwischen dem Land Kärnten und der Landwirtschaftskammer sind transparent zu machen, um einen effizienten Einsatz der Fördermittel des Landes zu gewährleisten. In der Landwirtschaftskammer müssen die Aufgaben von Interessensvertretung, Beratung und Förderungsabwicklung getrennt werden, um Interessenskollisionen zu vermeiden.

Der Aufbau zusätzlicher Standbeine zur Absicherung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe soll erleichtert werden, beispielsweise als Energiewirt zur Lieferung von Bioenergie, durch die Nutzung landwirtschaftlicher Gebäude für Solardächer oder zur energetischen Selbstversorgung („energieautarke Landwirtschaft“).​

Die Kulturlandschaft und landwirtschaftliche Produktionsflächen in den Gunstlagen rund um die Siedlungsgebiete sollen durch eine vorausschauende Flächenwidmung vor Verbauung und Zerstückelung geschützt werden.

Bei der anstehenden Novelle des Jagdgesetzes soll zum Schutze des Waldes festgelegt werden, dass sich der Wildbestand an der Tragfähigkeit des Biotops und dem Äsungsangebot zur Winterszeit orientieren soll. Der Abschuss von umherstreifenden Katzen und Hunden soll verboten werden.

Um der Fischerei einen angepassten Fischbestand in Kärnten zu sichern, um dem Verlust an Natürlichkeit der heimischen Gewässer durch Verbauungsmaßnahmen und den negativen Auswirkungen der Stauraumbewirtschaftung entgegenzuwirken bedarf es eines umfangreichen Maßnahmenpakets. Wir fordern deshalb die Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Gewässern durch die Errichtung von Fischaufstiegshilfen.​