gruene.at
Navigation:

Energie

WAS HABEN DIE GRÜNEN BISHER ERREICHT?

Der Klimawandel wird in den nächsten Jahren zu einer der größten Herausforderungen für die Menschheit. Die Grünen setzten sich dafür ein, den Klimavertrag von Paris unverzüglich umzusetzen, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels für Umwelt und Menschen möglichst gering zu halten. In Pörtschach wurde von Umweltlandesrat Rolf Holub die Umweltschutzkonferenz ENCORE organisiert, um die Maßnahmen der Umweltminister der Europäischen Regionen zu koordinieren.

Die Grünen haben mit ihrer Regierungsbeteiligung eine Energiewende weg von den fossilen Energien hin zur Nutzung von Sonne, Wasser, Wind, Holz und Energiesparen gebracht. Über 52 Prozent des Gesamtendenergieverbrauchs in Kärnten stammt bereits aus erneuerbaren Energien. Mit dem Energiemasterplan „eMAP“, der unter der Beteiligung von rund 1800 BürgerInnen und 200 EnergieexpertInnen in elf Themengruppen erarbeitet wurde, hat Umweltreferent Rolf Holub den Weg vorgezeichnet, den Strom- und Wärmeverbrauch bis zum Jahr 2025 und im Bereich Mobilität bis zum Jahr 2035 auf erneuerbare Energien umzustellen.

Der Energiemasterplan wird nun konsequent umgesetzt: So bildet das Land unabhängige EnergieberaterInnen aus, zertifiziert sie und koordiniert ihren Einsatz über die neu eingerichtete Energieservicestelle. Das Land unterstützt elf Klima- und Energiemodellregionen und 46 e5-Gemeinden bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Durch eine Änderung der Bauvorschriften sollen Neubauten in Kärnten künftig nach dem Niedrigstenergiestandard errichtet werden.

Der Bau von Biomasse-Fernwärmeanlagen - mit den dazugehörigen Fernwärmeanschlüssen, Holzheizungsanlagen, thermischen Solaranlagen und Photovoltaikanlagen, elektrischen Speichern und Heizungscheck - wird im Rahmen des Impulsprogramms `Erneuerbare Energie´ vom Land durch Förderungen unterstützt. Solardächer sind stark im Kommen - beim Strom aus Fotovoltaik wurde in fünf Jahren mehr als eine Verzehnfachung der erzeugten Strommenge erzielt, im Jahr 2015 allein eine Steigerung um 23 GWh. Durch eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise im Rahmen der Verleihung des „Energy Globe“-Preises, wird das Bewusstsein für Energieeffizienz und Erneuerbare Energien geschärft. Die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Klimabündnis Kärnten vor allem im Bereich der Gemeindeaktivitäten und Schulprojekte unterstützt die Zielerreichung des Energiemasterplans und trägt zum Verständnis des Klimawandels bei und setzt praktische Maßnahmen zum Klimaschutz.​

In Klagenfurt-Ost ist im April 2017 ein neues Biomassekraftwerk in Betrieb gegangen, das Strom und Fernwärme für die Landeshauptstadt zur Verfügung stellen wird – statt des ursprünglich geplanten überdimensionierten Gaskraftwerkes, das von Grünen und Bürgerinitiativen verhindert werden konnte. In zahlreichen Kärntner Gemeinden wurden neue Biomasseheizwerke errichtet (z.B. Maria Rain, Ebenthal, Krumpendorf) oder modernisiert, die Abwärmenutzung wird ausgebaut (z.B. Arnoldstein), Fernwärmenetze wurden erweitert und thermisch saniert. Insgesamt gibt es über 250 Biomassefernwärme-Anlagen, die in Zukunft mittels Solarthermie nachgerüstet werden sollen, um noch mehr zum Klimaschutz beizutragen. Die Abwärmenutzung wird ausgebaut (z.B. Arnoldstein), Fernwärmenetze wurden erweitert und thermisch saniert.

Nach langen Verhandlungen ist es gelungen das neue Wohnbauförderungsgesetz in Begutachtung zu schicken. Es trägt eine klare grüne Handschrift, weil es den Schwerpunkt auf die Sanierungsförderung legt, die Ökologisierung von Bau- und Dämmstoffen forciert, energetische und raumordnerische Kriterien vorsieht und Umweltmaßnahmen fördert.

Mit Hilfe des grenzüberschreitenden Projektes NEKTEO (Nachhaltige Energie für Kommunen /Trajnostna energija za obèine) wurden über 1,2 Mio. Euro EU-Mittel für die Umsetzung der Energiemasterplan-Ziele eingereicht und genehmigt. Damit wird es in den kommenden drei Jahren möglich sein, in den Gemeinden Kärntens und Sloweniens energieeffizienzsteigernde Maßnahmen zu setzen, Energiebeauftragte in den Gemeinden zu schulen und eine grenzüberschreitende Landes-Energieausstellung zu verwirklichen.

Das Land Kärnten hat aufgrund der Vorbildfunktion drei Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Gebäuden installiert (Arnulfplatz, MMKK, Technikzentrum), die Beleuchtung auf LED umgestellt und den Fuhrpark mit E-Autos ausgestattet.

Die Grünen lehnen die Nutzung von Kernenergie als teuer, gefährlich und unnötig ab. Die verheerenden Unfälle in Tschernobyl und Fukushima haben bewiesen, dass Atomkraftwerke nicht sicher sind. Das Land Kärnten hat in dieser Legislaturperiode entsprechende Initiativen und Einsprüche gegen die Atomkraftwerke Krško, Dukovany (Tschechien) und Paks (Ungarn) gesetzt. Da Radioaktivität keine Grenzen kennt, setzen wir uns im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit mit Kroatien, Italien und Slowenien aktiv dafür ein, dass das AKW Krško, das auf einer Erdbebenlinie liegt, so rasch wie möglich geschlossen wird und haben auch entsprechende Regierungsbeschlüsse durchgesetzt. Eine vom Umweltreferat organisierte internationale Fachtagung von SeismologInnen und Tektonik-ExpertInnen hat im Jahr 2016 die Gefährdung dieses AKW durch Erdbeben klar aufgezeigt. Eine Verlängerung der Laufzeit und/oder der Bau eines neuen Kraftwerksblocks im AKW Krško sind aus unserer Sicht inakzeptabel und bedürften gemäß der Espoo-Konvention einer internationalen Umweltverträglichkeitsprüfung.

Durch Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien, den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel und in den Umweltbereich werden Grüne Arbeitsplätze, sogenannte Green Jobs geschaffen, beispielsweise bei der Errichtung von Biomasse- und Solaranlagen oder bei der Entwicklung und Herstellung von Halbleitern im Bereich der Energieeffizienztechnologie.​

WAS WOLLEN DIE GRÜNEN ERREICHEN?

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass es auch künftig günstige Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien gibt: Auf nationaler Ebene für eine Novelle des Ökostromgesetzes mit attraktiven Einspeisetarifen und für eine Novelle des Elektrizitätswirtschaftsorganisationsgesetzes, um gemeinschaftliche Solaranlagen zu ermöglichen. Das „Net-Metering“ soll einen Boom bei der Errichtung von Stromselbstversorgungsanlagen auslösen. Über die Energiebesteuerung soll Kostenwahrheit zwischen den verschiedenen Energieträgern hergestellt werden.

Auf europäischer Ebene wollen wir die massiven Subventionen für Kohle- und Atomstrom abdrehen und eine Energiestrategie, die den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in Europa beschleunigt (z.B. Einspeisevorrang für Strom aus erneuerbaren Energien).

In Kärnten soll der Energiemasterplan systematisch umgesetzt werden, unter anderem durch den Ausbau des EnergieberaterInnen-Netzwerkes. Durch die energetische Sanierung von öffentlichen Gebäuden sollen Land und Gemeinden zum Vorbild bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen werden, wobei durch Kooperationsmaßnahmen (gemeinsame Konzepte und Pooling von Ausschreibungen, Rabatte für Großmengenbestellungen) Synergieeffekte und Kostenvorteile für das Land lukriert werden sollen.

In Kärnten soll die Umsetzung von Maßnahmen zur Steigerung von Energieeffizienz wie Beratung, Ausbildung von Energiebeauftragten und Energiemonitoring für öffentliche Gebäude, Kommunen, Fuhrpark, Straßenbeleuchtung und Unternehmen beschleunigt werden.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Energieoffensive kontinuierlich und ausreichend dotiert wird und dafür ein Energiewendefonds eingerichtet wird. Durch gezielte Projekte sollen EU-Fördermittel im Energiebereich besser ausgeschöpft werden, um für die Energieforschung und Umsetzung von Pilotprojekten finanzielle Mittel nach Kärnten zu holen.

Die Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich erneuerbarer Energien und des Einsatzes erneuerbarer Rohstoffe soll durch Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Joanneum Research, Fachhochschulen, HTL und Unternehmen und durch die entsprechende finanzielle Dotierung der Forschungsbudgets intensiviert werden.

Durch das Heizanlagengesetz werden Heizungen künftig effizienter und sauberer. Durch ein Verbot der Neuinstallation von Ölkesseln wollen wir die Umstellung auf klimaverträgliche alternative Energiequellen durchsetzen.

Der durch den Umstieg auf Elektromobilität erwartete Zuwachs im Stromverbrauch soll durch einen moderaten Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten abgedeckt werden. Solardächer sollen forciert und entsprechend gefördert werden, um den Anteil des dezentral erzeugten Sonnenstroms in Kärnten zu vervielfachen. Solarthermie ist eine der saubersten und günstigsten Energiequellen und sollte zur Erzeugung von Prozess- und Fernwärme, im Gewerbe und zur Heizungsunterstützung verstärkt genutzt werden.​

​Wärmegeführte (!) Biomasseheizkraftwerke haben eine besondere Bedeutung, weil sie gerade im Winter zur Zeit der Verbrauchsspitzen Strom liefern. Um den Weiterbetrieb von älteren Kleinwasserkraftwerken rechtlich zu ermöglichen, wollen wir den Bau von ökologischen Begleitmaßnahmen wie Fischleitern durch Fördermaßnahmen unterstützen.

Der Energiemasterplan sieht für die Nutzung der Windenergie die Errichtung von etwa 50 Windrädern in Kärnten vor – ein umweltverträglicher Kompromiss zwischen dem notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien und den Anliegen des Naturschutzes (Sichtbarkeit und Vogelschutz). Auf Packalpe und Kuchalm wurden bereits einige Windanlagen nach diesen Kriterien genehmigt und stehen vor der Realisierung.

Dezentrale Anlagen der Erzeugung von erneuerbaren Energien (Solar-, Wind- und Wasserkraft) sind optimal in die Stromnetze zu integrieren. Die Energiewende bedingt die Optimierung des Übertragungsnetzes. Neubauten von Stromleitungen sollen sich an der Bestandstrasse orientieren und unter BürgerInnenbeteiligung geplant werden. Auswirkungen auf Menschen und Umwelt sollen durch eine sorgfältige Planung und den Einsatz der besten verfügbaren Technologie minimiert werden, wobei z.B. durch Verkabelung auf sensible Bereiche besonders Rücksicht genommen werden muss.​